Lenggries - Gute Zigarren sind wie Rotwein: Je älter umso besser. Die Lagerung ist allerdings ein Problem. Außer man nutzt Carsten Schroeters Humidor „Reposo“; Kosten: mindestens 25 000 Euro.

Carsten Schroeter ist kein gewöhnlicher Raucher. Eigentlich ist er gar kein Raucher, sondern ein Sammler und Genussmensch. Wer wie er ständig auf der ganzen Welt unterwegs ist (siehe Kasten rechts), von Flughafen zu Flughafen, und öfter in Hotelbetten schläft als in seinem eigenen, sucht das Verbindende, das Universelle. Auf Zigarren trifft dies zu. Die werden überall geschätzt. Und so fing der 52-Jährige vor 20 Jahren mit dem Sammeln an: Kistenweise Havannas hat er gelagert, darunter Raritäten wie die 1992er von Zino Davidoff, die letzten noch in Kuba gefertigten Zigarren des legendären Herstellers.
„Die Reifezeit tut ihnen gut“, sagt Schroeter. „Sie werden immer besser.“ Den Sammler unterscheidet vom Raucher, dass er nur ab und zu raucht. „Mehr als 30 Zigarren im Jahr sind’s nicht“, sagt der Lenggrieser aus Leidenschaft. So zurückhaltend sein Konsum, so beharrlich sein Ringen um die beste Lagermöglichkeit für die empfindlichen Kostbarkeiten. Sein weltweit patentierter Klimaschrank „Reposo“ ist ein Stück Hochtechnologie.
Der „Reposo“ kommt denn auch ohne aus. Geringste Mengen Wasser werden mit Hilfe von Ultraschall bei Zimmertemperatur zu feinem Nebel zerstäubt, so fein, dass er nicht einmal auf den Glasregalen des Schrankes kondensiert. Die Bestrahlung des Nebels mit UV-Licht verhindert dauerhaft Schimmel und andere Keime. Die komplizierte Technik steckt im Sockel des Glasschrankes. Zusammengebaut hat Schroeter sie aus Komponenten, die zum Beispiel in der Medizintechnik verwendet werden.
15 Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Schrank, Schroeter nennt sich selbst einen „Perfektionisten“. Das gilt auch für den Rest des in Einzelanfertigung nach individuellen Wünschen hergestellten Humidors: Verwendet wird spanische Zeder. Die wirkt genauso antibakteriell wie die kanadische, hat aber den Nachteil, dass sie harzt. Schroeter gleicht das durch sorgfältige Lagerung bei seinem Schreiner wieder aus. Und „nachhaltig“ muss der Schrank sein, durch langlebige Materialien und geringen Energieverbrauch (50 Watt).
Wer aber kauft ein solch exklusives Gerät? Weltenbummler Schroeter hat da keine Sorgen, er kennt den Markt: Menschen, die alles haben und schöne Dinge lieben etwa oder auch Luxushotels auf der ganzen Welt. Mindestens 1000 potenzielle Kunden gibt es, glaubt er. Zwei „Reposo“ sind schon jetzt, vier Wochen nach der Markteinführung, bestellt. Einer geht nach Dubai und einer auf eine Yacht im Mittelmeer. Der wird sogar hochseetauglich sein. Der Prototyp bleibt natürlich in Lenggries. Irgendwo müssen die 92er Davidoff ja weiter reifen.
[Joachim Braun]
Mehr unter www.reposo.de
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