405.03.10|Region Bad Tölz|Region Bad Tölz|3
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Lenggries - Die Insolvenz des Frischzellen-Zentrums wird nicht so geräuschlos enden, wie sie begann. Nächste Woche erstattet Insolvenzverwalter Hans-Christian Detzer Strafanzeige wegen Betrug.

Offenbar hat der Wolfratshauser Anwalt Belege dafür, dass Dr. Petra Block, vormalige Geschäftsführerin des Frischzellen-Zentrums, während der laufenden Insolvenz nicht alle Einnahmen abgeführt, sondern sie teilweise in die eigene Tasche gesteckt hat. Um wieviel es geht, kann Detzer noch nicht sagen: „Das werden die Ermittlungen ergeben.“
In den vergangenen Wochen war der Anwalt jedenfalls kriminalistisch tätig. Wie’s heißt, diente ihm sogar ein Sack mit geschredderten Akten als Beweismaterial. Dass Petra Block eine, wie Insiderkreise behaupten, „kreative Buchführung“ pflegte, ist aber nicht erst seit der Insolvenz bekannt. Als Anwalt Detzer die Geschäfte übernahm, vermisste er „eine geordnete Buchhaltung“. Es habe nicht einmal ein Geschäftskonto gegeben. Die Einnahmen wanderten auf andere Konten. Der Verdacht liegt nahe, dass der Gerichtsvollzieher, der an der Brauneckstraße 8 ein und aus ging, davon nichts wusste.
Dass Dr. Petra Block nach anfänglichem Kooperationswillen inzwischen nur noch per Anwalt mit ihm verkehrt, ärgert Detzer, nicht nur, weil er auch die Privatinsolvenz der Ärztin bearbeitet. Vor Weihnachten verschaffte er sich mit Hilfe von Polizei und Schlüsseldienst Zugang zu den Geschäftsräumen (wir berichteten) und fand offenbar interessante Dokumente. So ist er dabei auch auf eine ihm bis dahin unbekannte Immobilie, auf Schmuck und auf Wertpapiere gestoßen. Den Wert könne er noch nicht einschätzen. Wie unsere Zeitung erfahren hat, handelt es sich bei der Immobilie um einen Bauernhof irgendwo im Bergischen Land (Nordrhein-Westfalen).
Dr. Petra Block will sich zu all diesen Dingen nicht äußern. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, sagte sie gestern am Telefon. Vom Insolvenzverwalter sei sie jedenfalls „enttäuscht“. Das ist indes nicht der Grund, warum ihr Sohn Daniel Block inzwischen selber eine Firma gegründet hat. Im „Zentrum für Frischzellen Therapie D. Siegfried Block GmbH“ hat der Enkel Block seine Mutter eingestellt (und die Internetseite mit übernommen). Der Betriebswirt, mit Studienabschluss in Florida, bezahlt der - laut Briefkopf - Chefärztin offiziell haargenau so viel Gehalt, dass sie nicht gepfändet werden kann, also rund 1100 bis 1300 Euro. Dass sie damit die „schlecht bezahlteste Chefärztin nördlich von Albanien“ sein dürfte, ficht Petra Block nicht an: „Eigentlich mach‘ ich das nicht so richtig. Ich habe ja schon ein gewisses Alter erreicht.“ (job)
Mehr dazu lesen Sie im Tölzer Kurier
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