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Kesselberg: Bahn frei für Seifenkisten und Elektroautos

Kesselberg: Bahn frei für Seifenkisten und Elektroautos

Kochel am See - Ob PS-starke Zweiräder oder bullige Oldtimer - am Kesselberg hat der Motorsport Tradition. Im Mai 2011 sind erstmals umweltfreundliche Seifenkisten und Elektroautos unterwegs.

© AUTO_TOE

Die Idee wurde schon vor Jahren geboren. „Wir machen ein Seifenkisten-Rennen am Kesselberg“, nahm sich Helmut Renner mit zwei Freunden vor. „Ach Papa, das wird doch nichts“, protestierten Renners Kinder. Jetzt erst recht, sagte sich der Kochler Unternehmer und machte Nägel mit Köpfen.

Renner klopfte bei den Herstellern von Elektrofahrzeugen an und rannte offene Türen ein. Firmen wie Tesla Motors, Ruf Porsche, E-Wolf, Twike, Nissan, Renault, Peugeot, BMW und Audi wollen kommen und am 7. Mai 2011 ihre Elektroautos am Kesselberg an den Start schicken. Auch zehn Teams der „Electric Race cars“ haben zugesagt. „Das sind Studententeams verschiedener Universitäten, die im Rahmen ihres Studiums Elektrofahrzeuge konstruieren“, sagt Renner. Die Firma Tesla Motors, die nicht nur in Amerika mit ihrem 205 PS starken Elektro-Sportwagen für Aufsehen sorgt, kommt ebenfalls mit zehn Fahrzeugen und stellt das sogenannte Safety Car.

Den derzeit stärksten Elektrorennwagen will die Firma E-Wolf am Kesselberg präsentieren. Der 408 PS starke Flitzer wurde nach dem Reglement des Internationalen Automobil-Dachverbands gebaut. Er soll noch heuer bei einer Rennserie eingesetzt werden. Dabei geht es laut Renner nicht um schnelle Zeiten, sondern die Veranstaltung soll zeigen, was im Bereich Elektrofahrzeuge inzwischen technisch möglich ist.

Ob Serienfahrzeug oder Prototyp, die elektrisch angetriebenen Autos messen sich bei einer Gleichmäßigkeitsveranstaltung. Renner: „Wie schnell ein Teilnehmer den Kesselberg hinauffährt, ist seine Entscheidung - wichtig dabei ist, zweimal identische Zeiten zu schaffen.“

Abwärts sind auf der Bergstrecke dagegen die Seifenkisten unterwegs. „Das wird das längste Rennen seiner Art in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa“, freut sich Renner. Sein Flitzer mit der Nummer 3 hat bereits einige Testläufe bestanden, während andere Kochler Tüftler noch über den Entwurfszeichnungen sitzen. Seifenkisten dürfen am Kesselberg nur dann starten, wenn sie strenge Auflagen erfüllen: Überrollbügel, Sicherheitsgurte, Sturzhelm und „vernünftige Bremsen“ sind die Mindestausstattung.

Was ansonsten noch zu beachten ist, können Interessenten auf einer Internetseite nachlesen, die ab 15. September freigeschaltet ist. Die Adresse: www.kesselbergrennen.com. (ao)

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