Bad Tölz - Horst Klemmer, schillernder Ex-Chef der insolventen Klemmer International und unter Betrugsverdacht stehend, ist offenbar nicht das erste Mal im Visier der Staatsanwaltschaft.

Birgit Klemmer Geschäftsführende Gesellschafterin
Vor allem Horst Klemmer selbst bestreitet die Eignung von Birgit Klemmer zur Führung des Unternehmens. Anfang August, einen Monat nachdem er nach einer Haussuchung aus Firma und Wohnung rausgeflogen war, erwirkte er am Landgericht München II eine Einstweilige Verfügung gegen Birgit Klemmer. Seither war es ihr verboten, die Klemmer International und die anderen Firmen der Gruppe ganz oder teilweise zu verkaufen.
Interessanter als das Urteil ist die Eidesstattliche Versicherung, die der 65-Jährige seiner Klage beifügen ließ. Demnach war Horst Klemmer „allein im Besitz des für die Entwicklung und Führung des Unternehmens notwendigen versicherungsrechtlichen Know-Hows“.
Einzelne Mitarbeiter, die offenbar nicht mehr in dem Unternehmen tätig sind, haben den Betrug wohl geahnt, sollen aber aus Furcht vor dem in seinen Umgangsformen recht rustikalen Horst Klemmer nichts unternommen haben. Sie bestätigen, dass die Abrechnungen mit dem Versicherungskonzern ausschließlich von den Klemmers durchgeführt wurden.
Als Angestellter seiner Frau bezog Klemmer lediglich 1150 Euro Gehalt im Monat. Trotzdem lebte er auf großem Fuß. Die Unternehmensgruppe hat neben einer Auslands-Filiale in Wien auch eine in Cape Coral/Florida. Ganz in der Nähe ist die Stadt St. Petersburg. Auch das russische St. Petersburg kannte Horst Klemmer sehr gut. Dorthin flog der Unternehmer in den letzten Jahren etliche Male – rein geschäftlich, mit seiner russischen Sekretärin. job
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