530.08.09|Region Bad Tölz|Region Bad Tölz|9
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Kochel am See - Mit Rasenmähern, Motorsägen und hupenden Auto- und Traktorenkorsos haben sich die Einwohner gegen eine Wahlkampfveranstaltung gewehrt.

Buh-Rufe, bis alle Nazis gegangen sind
Die Parteimitglieder hatten ein Megaphon dabei und brüllten ihre Parolen lautstark durchs Dorf. Trotz zahlreicher Beschwerden der Anwohner konnte die Polizei nicht gegen die genehmigte Veranstaltung und gegen die Lärmbelästigung vorgehen. Einsatzleiter Louis Reithinger erklärte: „Wir haben kein Messgerät, mit dem die tatsächliche Lautstärke nachgewiesen werden kann.“
Doch die Kochler ließen sich nicht unterkriegen: In den umliegenden Gärten wurde stundenlang Rasen gemäht oder mit Motorsägen Kleinholz gemacht. Immer wieder fuhren Traktoren oder hupende Autos am Rathaus vorbei. „Die Anwohner haben sich zu helfen gewusst. Ich glaube, so sauber ist in Kochel noch nie gemäht worden“, sagt Bürgermeister Thomas Holz.
Über die „aktive Gegenwehr“ und den „kollektiven, aber individuellen zivilen Ungehorsam“ der Kochler Bürger freute sich auch die SPD-Ortsvorsitzende Angelica Dullinger. Sie verteilte zusammen mit der Gemeinde- und Kreisrätin Monika Hoffmann-Sailer und einem Holzkirchner Mitglied der Grünen nicht nur Ohrenstöpsel, sondern stellte auch Tonnen mit der Aufschrift „Einwurf brauner Müll“ auf.
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