1006.03.10|Region Bad Tölz|Region Bad Tölz|
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Bad Tölz - Mit dem Begriff DTK verbindet man das Versagen der Politik und ein 15-Millionen-Euro-Desaster auf der Flinthöhe. Nun soll die Gesellschaft ins Landratsamt eingegliedert werden.

Das Aus für die DTK? Demnächst soll der Kreistag darüber beraten, dass das Kasernenkarree wieder in die Obhut des Landkreises kommt. Foto: Archiv
„Anwachsung“ heißt der Prozess im Juristendeutsch, der demnächst durch einen Gesellschafterbeschluss eingeleitet werden soll. Gesellschafter der DTK ist der Landkreis, Beschlussgremium ist demnach der Kreistag. Ein Termin für die nächste Sitzung steht noch nicht fest. Am Donnerstagabend indes tagte der Aufsichtsrat der DTK und ließ sich hinter verschlossenen Türen von Geschäftsführer Bernd Angermann und von einem Juristen über die Pläne informieren.
Auslöser ist eine Wertermittlung, die Angermann im November in Auftrag gegeben hatte. Nachdem das Verwaltungsgericht München wegen der Landkreis-Zahlungen an die DTK die Kreisumlagen-Bescheide von 2005 für ungültig erklärt hatte (wir berichteten), ging es Angermann darum, zu erfahren, wieviel überhaupt der Immobilienbesitz der DTK - also das Kasernenkarree und der Umgriff - wert sind.
Was aber bedeutet nun eine Anwachsung? Zunächst einmal fast eine Verdoppelung der Landkreis-Schulden. Denn die DTK hat derzeit Verbindlichkeiten von rund 36 Millionen Euro, die dann zu den derzeit 40 Millionen Euro addiert werden müssen. De facto ändert sich allerdings nichts, denn alle DTK-Kredite sind durch Kreis-Bürgschaften abgesichert. Lediglich die Gläubiger-Banken können sich freuen, denn mit dem Landkreis als Kreditnehmer haben sie überhaupt kein Ausfallrisiko mehr.
Auf die 17 Millionen Euro teure „Schnecke“, hat der Plan, die DTK aufzulösen, allerdings keine Auswirkungen. Das Unternehmen, das dann zu 90 Prozent dem Landkreis (jetzt der DTK) und zu zehn Prozent der Stadt Bad Tölz gehört, ist finanziell gesund, nachdem der Landkreis im September 2009 eine Art Umschuldung zulasten der DTK durchgeführt hatte. Über kurz oder lang, wenn die Wirtschaftslage sich verbessert, steht auch die „Schnecke“ zum Verkauf. Den derzeitigen Wert setzt der Gutachter mit rund 7,4 Millionen Euro an. Das entspricht der letzten Untersuchung von 2005.
(job)
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