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Arme Griechen und heimatlose Windräder

Arme Griechen und heimatlose Windräder

Indersdorf - Klamme Griechen, heimatlose Windräder und verzweifelte Müllerbrot-Lieferanten. Der Schalk saß den Motivgebern für die Wagen des Indersdorfer Faschingszugs wieder mal im Nacken.

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Ein kleiner Schwund war bei den teilnehmenden Gruppen zu notieren. Genau 53 machten sich vom Eisfeld aus auf den Weg, gegenüber 70 bis 80 in den vergangenen Jahren. Wo die Gründe für diesen Rückgang zu suchen sind, machten einige teilnehmenden Gruppen deutlich.

„Fasching ohne Auflagen = unbezahlbar“, hatten etwa die Feldgeding Panthers auf ihrem Wagen stehen. Mit aufheulenden Motorsägen bewaffnet, hatten sich die Dachauer Floriansjünger sogar komplett diesem Thema gewidmet. Sie machten der Gaudi symbolisch mit Grabstein und Sensenmann den Garaus und wollten angesichts der landkreisweiten Auflagen für Faschingszüge wissen: „Wann muss wohl das Volksfest dran glauben?“

Das alles beherrschende Motiv gestern in Indersdorf war aber die Finanzkrise in einigen EU-Ländern. Gleich der erste Wagen der bald 40 Jahre alten Faschingsrunde Indersdorf, die den Indersdorfer Musikanten auf dem Fuß folgte, machte Griechenland zum Krisenland und flehte: „Oh, Ihr Götter des Olymp, helft uns helfen!“ Mit Lorbeerkränzen auf dem Haupt folgten sogleich die Krisen-Griechen, die im wirklichen Leben ganz anders gewandet sind: Das war der Trachtenverein aus Glonn.

Klamme Griechen, Italiener, Portugiesen und Spanier - „Hexenkugel, zeig mir an: Welche Währung ist als nächstes dran?“ wollten die Burschen aus „Basnbo“ wissen. Die Arnbacher kamen unter anderem mit dem letzten Euro als Rettungsschirm für Griechenland herüber und waren als furchteinflößende Pleitegeier kostümiert.

Sehr kreativ waren wie jedes Jahr die Indersdorfer Teilnehmer. Da wurde etwa ein Straßenbautrupp gesichtet, der problemlos beim Bau des neuen Kreisverkehrs an der Ludwig-Thoma-Straße eingesetzt werden kann. Oder die „letzte Lieferung“ mit Müller-Brot, die wenig schmackhaft aussah, die Gallier (alias Klosterschützen) mit Gemeinderat Karl Böller als Troubadix an der Spitze, und die Feuerwehr Indersdorf, die auf weniger Einsätze hoffen darf. Denn die als arabische Scheichs verkleidete Truppe weiß: „Bald is letzte Ölfass leer, dann hamma keine Ölspur mehr.“

Schön anzuschauen waren wie immer die Bembegga Bläser in ihren barocken Ausgehuniformen, und etwas fürs Auge waren auch die Faschingsgesellschaften mit ihren Tollitäten: Die Narrhalla Mainburg kam mit Thomas II. und Evelyn I., der Faschingsverein Kammerberg-Fahrenzhausen mit Christine II. und Norbert I.

Aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus hatten sie teilweise weite Wege nach Indersdorf nicht gescheut. So waren etwa Gruppen aus Mammendorf, Allershausen, Maisbrunn, Esting, Paunzhausen oder Überacker dabei. Für reichlich Abwechslung war gesorgt, auch wenn der Zug heuer ein bisschen kürzer war. Bis die letzte Gruppe vorüber war, dauerte es doch wieder zwei Stunden. (tor)

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