Dachau - Am Montag verschaffte sich die SPD bei der Polizeiinspektion Dachau einen Eindruck von der klammen Personallage.

Hilfe beim Thema Personal bekam PI-Chef Thomas Rauscher gestern von Marianne Klaffki, Prof. Dr. Peter Paul Gantzer und Martin Güll (von links nach rechts) zugesichert. Foto: cse
Prof. Dr. Peter Paul Gantzer, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, zeigte sich auf der Pressekonferenz zum Thema „Wie sicher ist Dachau?“ fassungslos: Mehr als 300 Polizeidienststellen habe er bereits in Bayern besucht. Solch eine prekäre Personalsituation wie in der Polizeiinspektion Dachau habe er jedoch noch nicht erlebt.
Auch die SPD-Fraktionssprecherin im Kreistag, Marianne Klaffki, konnte nach dem Besuch in der PI nur mit dem Kopf schütteln; der Landtagsabgeordnete Martin Güll sprach gar von einem „Skandal“. Laut Statistik gibt es im Landkreis im Vergleich zu Bayern zwar deutlich weniger Kriminalfälle, und auch die Aufklärungsquote liegt in Dachau bei knapp 59 Prozent. Dies sei jedoch nur damit zu erklären, dass es in Dachau „ein Höchstmaß an engagierten Polizeibeamten gibt“, betonte Klaffki.
Wichtige Themen wie Prävention blieben so oft auf der Strecke. Langfristig bestehe die Gefahr, dass die Sicherheit sinke.
Um die sich öffnende Schere zwischen einer wachsenden Bevölkerung und einer rückläufigen Zahl der Angestellten zu stoppen, will die SPD in Zukunft „gezielt den Finger in die Wunde legen“, sagt Güll. „Das sind Zahlen, die auch dem Innenminister nicht unbekannt sein dürften“, betonte er.
Bereits im September hatte sich die PI Dachau in einem Schreiben an Innenminister Joachim Hermann gewandt. Inzwischen haben Innenstaatssekretär Dr. Bernd Weiß und Landespolizeipräsident Waldemar Kindler ihren Besuch bei der PI angesagt.
Auch am Polizeigebäude muss im Übrigen etwas getan werden. Prof. Dr. Peter Paul Gantzer bezeichnete es gestern gar als „eine Zumutung, in diesem Gebäude Dienst zu leisten“. (mm)
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