Dachau - Studienzentrum im Jugendgästehaus Dachau nach Zeitzeuge Max Mannheimer benannt.

Doppelten Grund zu Freude hatte gestern Max Mannheimer (r.), hier mit Kultusminister Ludwig Spaenle. Foto: mh
Max Mannheimer ist sichtlich bewegt: „Ich habe zwei Gründe, mich heute zu freuen: Zum einen wurde mein Urenkel heute Nacht geboren. Und zum anderen wird diese Einrichtung nach mir benannt“, erklärte er seinen Gästen.
Die waren am Donnerstag ins Jugendgästehaus nach Dachau gekommen, um den Auschwitz-Überlebenden zu ehren: Der Bildungsbereich der Einrichtung wurde nach dem 90-Jährigen benannt und wird künftig „Max Mannheimer Studienzentrum“ heißen. „Ich verstehe diese Namensgebung als Anerkennung für meine Arbeit“, erklärte der Zeitzeuge.
Mannheimer leistet seit 24 Jahren im Jugendgästehaus Aufklärungsarbeit über die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Dabei spricht er vor allem mit Jugendlichen über seine schmerzhaften Erlebnisse und Verluste. Der Holocaust hat ihm seine erste Ehefrau Eva, seine Eltern und drei Geschwister geraubt.
Zur Feier des Tages war auch Mannheimers Freund Abba Naor angereist, um dem „großen Versöhnungsmeister“ zu gratulieren. Der Überlebende des Konzentrationslagers Dachau zeigte sich aber auch besorgt, weil die Zeitzeugen der NS-Verbrechen altersbedingt immer weniger werden. „Deshalb habe ich einen Brief nach Rom geschrieben und bewirkt, dass wir noch weitere zehn bis 15 Jahre bekommen“, scherzt der 82-Jährige. „Dann können zumindest wir mit der Aufklärungsarbeit weitermachen.“
Voll des Lobes war auch der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle über das Engagement von Mannheimer: „Trotz Ihrer leidvollen Vergangenheit haben Sie die Hand zur Versöhnung gereicht“, sagte er zu dem 90-Jährigen. „Deshalb ist es für uns eine Ehre, dass Sie die Namensgebung angenommen haben.“ (mh)
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