Petershausen - „Ein freier Zugang zum Zug muss möglich bleiben, wenn der Bahnhof verkauft wird“, das fordern die Freien Wähler für besagtes Areal in Petershausen. Deshalb versuchen Mitglieder dieser Gruppe mit allen Mitteln das Thema in der Öffentlichkeit zu kommunizieren.
Zwei Abstimmungen im Gemeinderat haben die Freien Wähler in Sachen „Umgriff“ verloren, jetzt haben sie einen neuen Vorstoß gestartet, der allerdings Bürgermeister Günter Fuchs auf den Plan rief.
Die Vorgeschichte: Der Bahnhof Petershausen soll verkauft werden. Nach langen, komplizierten Verhandlungen hat die Gemeinde unter der Ägide der damaligen Bürgermeisterin Elisabeth Kraus die Verkehrsflächen vor dem Bahnhof einschließlich des Gebäudes von der Bahn gekauft. Noch auf den Bürgerversammlungen 2005 hatte es Kraus von sich gewiesen, dass die Gemeinde den Bahnhof kaufen wolle. Im Oktober 2006 diskutierte man lang und breit im Gemeinderat über einen Ankauf des Bahnhofsareals. Und auf den Bürgerversammlungen im gleichen Jahr verkündete die Gemeindechefin: „Wenn wir den Bahnhof kaufen, könnten wir einen Fehler machen. Wir machen aber bestimmt einen Fehler, wenn wir ihn nicht kaufen.“
Die Überlegungen, aus dem Bahnhofsgebäude einen einladenden Empfangsort für die Reisenden zu machen, waren bislang nur mit verheißungsvollen Projektideen garniert.
Für das Bahnhofsgebäude gibt es dem Vernehmen nach einen Interessenten. Um die Verkaufsverhandlungen des Bürgermeisters zu sanktionieren, war in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen worden, einen Umgriff um das Gebäude für einen möglichen Verkauf von bis zu zwei Metern festzulegen. Damit soll einem Erwerber ermöglicht werden, jederzeit ein Baugerüst aufstellen zu können, ohne damit öffentlichen Grund beanspruchen zu müssen.
Das nehmen die Freien Wähler zum Anlass, die Benutzer der Bahn darauf aufmerksam zu machen, dass sie befürchten, der ungehinderte Zugang zum öffentlichen Schienennahverkehr könnte empfindlich gestört werden. Deshalb kam das Thema Umgriff noch einmal in die öffentliche Sitzung des Gemeinderats. Der Beschluss wurde aber nicht gekippt.
Die Abstimmungsniederlage konnte die Verfechter des Umgriffsverkaufsverbotes nicht entmutigen: Sie sprühten eine Markierung der möglichen Verkaufsfläche um das Bahnhofsgebäude, um den Bürgern die Entscheidung des Gemeinderats bildlich zu machen. Das wiederum verärgerte den Gemeindechef, der die Markierung wieder beseitigen ließ, nachdem die Verursacher das trotz Aufforderung nicht taten.
Die Umgriffsfläche um das Gebäude ist als öffentliche Fläche gewidmet. Daran ändert auch ein Verkauf nichts. Eine Umwidmung würde den Eintrag eines Wegerechts für den Bahnhofszu- und Abgang nach sich ziehen, was ebenfalls den ungehinderten Zugang garantieren würde.
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