Dachau - Leise zwitschern die Vögel, alles grünt und blüht, und auf einer Bank sonnt sich Nachbars Kater. Hier in Ottershausen lebt Ursula Schmid. Sie wollte die Idylle mit einer Katze aus dem Dachauer Tierheim teilen - doch sie bekommt keine. Grund: die nahe Hauptstraße.

Auf der Obstbaumwiese im Hintergrund, auf den dahinter liegenden Feldern und im 600-Quadratmeter-Garten von Ursula Schmid hätte die Tierheim-Katze ihre neue Heimat gefunden. Foto: zim
Ursula und Josef Schmid aus Ottershausen hatten bestimmt schon 15 Katzen, wie die 56-Jährige erzählt. Zu ihrem Kater wollte die vierköpfige Familie nun noch eine weibliche Katze aus dem Dachauer Tierheim aufnehmen. „Doch meine Freude, ein Kätzchen befreien zu können, wurde jäh gestoppt“, erzählt Ursula Schmid. Ein äußerst unfreundlicher älterer Herr habe sie nach unbegründeter Wartezeit nach ihrem Wunsch gefragt und wissen wollen, ob eine Straße in der Nähe sei, erzählt die Ottershauserin. „Natürlich erreichen wir unser Grundstück per Straße!“, ärgert sich Schmid. Die Familie wohnt in einem freistehenden Einfamilienhaus in zweiter Reihe am Hang, etwa 80 Meter von der Hauptstraße entfernt. Das Haus steht in einem 600-Quadratmeter-Garten, es schließt eine 4000-Quadratmeter-Streuobstwiese an, daneben führt ein Weg auf die Felder. Doch das reichte der Pflegerin des Tierheims nicht, die zwei Wochen später zur Besichtigung kam. „Sie lehnte die Abgabe einer Katze an unsere Familie ab, weil sie es wegen der Nähe zur Straße nicht verantworten könne“, erzählt Schmid. „Lieber muss das von mir ausgesuchte Kätzchen in einem stickigen Zimmerchen darben, bis das Tierheim vielleicht irgendwann einen Platz auf einem geeigneten Einödhof gefunden hat“, schimpft die Katzenfreundin.
Conny Kirmaier
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