Dachau - Seit genau einem Jahr gilt in Bayern Rauchverbot in Gaststätten. Restaurantbetreiber sind froh. Wirte von Eckkneipen aber fürchten um ihre Existenz.

Ein Jahr qualmfrei sind Bayerns Gasthäuser, die Diskussion ums Nichtraucherschutzgesetzt dauert aber an. Foto: kn
„Die Hälfte meiner Stammkunden hab ich im letzten Jahr durch dieses unsinnige Gesetz verloren“, schimpft Alfred Haslinger. Er ist seit fast 20 Jahren Wirt des Bierbrunnens in der Sudetenlandstraße. „Den Dartclub hab ich verloren, und die Kartenspieler kommen auch nicht mehr“, so Haslinger weiter. Er überlegt bereits, seine Kneipe zu schließen. „Und dann geht wieder ein Stück bayerische Kultur verloren“, stimmt ein Gast mit ein.
Gleich nebenan in „Patricia’s Stüberl“ sieht es nicht anders aus. Inhaberin Patricia Klose: „Mit diesem Gesetz werden Existenzen kaputt gemacht. Der Umsatz ist das letzte Jahr zurückgegangen.“
Das gleiche Bild im „Bierhäusl“ in der Friedensstraße. Dort steht Petra Stubenrauch hinter der Theke, sie kann dasselbe Klagelied singen. Weniger Gäste, weniger, Umsatz und Beschwerden über zu laute Raucher vor der Kneipe. Sie und ihre Gäste sind sich einig, dass die Geselligkeit mit diesem rigorosen Gesetz abgeschafft worden sei.
In klassischen Speiselokalen sind viele Gäste überaus froh, dass dort Rauchfreiheit herrscht. „Da haben die Leute das akzeptiert, es ist ganz normal geworden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis, Werner Braun. Umsatzrückgänge bei Gaststätten mit Speisebetrieb seien ihm seit Einführung des Gesetzes nicht bekannt.
Dass es bei den kleinen Kneipen anders aussieht, ist Braun bewusst. „Aber da müssten sich die Wirte eben etwas einfallen lassen und sich zum Beispiel mit Wintergärten und Zelten für die Raucher behelfen.“
Franz Bergmüller, ein Wirt aus Feldkirchen-Westerham und vor dem 1. August 2010 Frankenbergers großer Gegenspieler, versucht immer noch, das Rauchergesetz über Klagen zumindest zu entschärfen. Braun allerdings hält eine erneute Gesetzesänderung für ausgeschlossen: „Man hat ja gesehen, wie viel dagegen gestimmt haben. Das Gesetz ist durch!“ (cc)
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