Altomünster - Mit einer außergewöhnlichen Aktion mitten auf dem Marktplatz haben die Pflegekräfte der Sozialstation Altomünster auf die Missstände in ihrem Beruf aufmerksam gemacht.

Waschen, zu trinken geben und, und, und: Heike Krummel (links) und ihre Kollegin Melanie Dospil machen vor, wie sie ihre Patienten versorgen müssen – in aller Hektik. foto: kn
Die Pflegekräfte spielten nach, wie sie seit Jahren ihre Patienten pflegen müssen: im Schnellverfahren.
Eines stellt Sozialstationsleiterin Heike Krummel klar: „Im Vordergrund steht der Patient. Es geht uns um die Zeit für den Menschen, den wir in Würde pflegen wollen.“ Neben dem Zeitmangel klagen die rund 20 Bediensteten der von der Arbeiterwohlfahrt getragenen Einrichtung über ihre miese Entlohnung, die schlechte personelle Situation und das Nichtbezahlen der vielen kleinen Tätigkeiten, die nebenher rund um den Haushalt der zu pflegenden Personen anfallen.
48 Patienten haben die neun Pflegekräfte und der Azubi der Sozialstation Altomünster derzeit zu versorgen. Die alten Menschen wohnen in Odelzhausen, Tandern, Niederroth oder Weichs. Kreuz und quer müssen die Pfleger also durch den Landkreis. In drei Schichten verrichten sie ihre Arbeit. Da bleibt nicht viel Zeit für den Einzelnen. „Ruck-Zuck-Pflege in aller Hektik“, nennt das Krummel.
Die Krankenhäuser würden ihre Patienten immer schneller entlassen. Und so bleibe es oft am Pfleger hängen, notwendige Medikamente zu besorgen oder Termine mit dem Hausarzt zu machen, so Krummel. Eben diese Kleinigkeiten nebenher bekommen die Pfleger nicht bezahlt. Und: „Oft sind wir der einzige Ansprechpartner für die alten Leute, hätten aber eigentlich nur fünf Minuten Zeit für sie. Das können wir nicht machen“, gibt die Stationsleiterin zu Bedenken.
Ähnliche Aktionen wie in Altomünster fanden in diesen Tagen bayernweit statt. Im Landkreis gab es etwa auch einen Korso mit 28 Autos durch die Große Kreisstadt. (zim)
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