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Landkreis Dachau plant Untersuchung: Warum wächst unser Müllberg?

Landkreis Dachau plant Untersuchung: Warum wächst unser Müllberg?

Dachau - Der Restmüllberg im Landkreis Dachau wird immer höher. Unerklärlicherweise - jedenfalls für die Mitglieder des Umweltausschusses des Kreistags. Deshalb wird der Müll nun ganz genau untersucht.

Die Bereitschaft zum gewissenhaften Sortieren des Abfalls nimmt zusehends ab. Deshalb erhöht sich die Müllmenge im Landkreis seit Jahren. Foto:kn

Die Bereitschaft zum gewissenhaften Sortieren des Abfalls nimmt zusehends ab. Deshalb erhöht sich die Müllmenge im Landkreis seit Jahren. Foto:kn

„Wir stochern im Nebel“, sagte Landrat Hansjörg Christmann in der jüngsten Sitzung. Denn der Müllberg im Landkreis wächst. „Und wenn wir keine Fakten schaffen, wird es immer eine unqualifizierte Diskussion bleiben.“ Ergo heißt der Ansatz des Landratsamts: Fakten schaffen und Daten sammeln.

Die sollen mithilfe einer Sortieranalyse eingeholt werden. Dabei suchen sich Experten im Frühling repräsentativ etwa ein Prozent der gesamten Restabfallmenge des Landkreises heraus. Diesen Müll schauen sie sich ganz genau an: Liegt darin noch ein wenig Biomasse herum, oder vielleicht Papier, Glas, Kunststoff, Metall oder Elektronik? Sind in dem Abfall also Wertstoffe versteckt, die gar nicht in die schwarze Restmülltonne gehören?

Der Landkreis hätte einen Überblick darüber, was sich in den Tonnen der Bürger so alles so ansammelt. Eine „sehr sinnvolle Maßnahme“, erklärte Landrat Christmann.

15 000 Euro soll die einmalige Aktion kosten, wenn sie, wie geplant, vom bifa Umweltinstitut GmbH in Augsburg durchgeführt wird. 15 000 Euro „für nix“, meinte Hans Lachner (CSU). „Danach sind wir genauso gescheit wie vorher.“ Seiner Meinung nach liegt das Müllbergproblem ganz woanders: „Die Leute wissen einfach nicht, wohin welcher Müll gehört, sie denken einfach: Hauptsache, er ist weg.“

Der Sachgebietsleiter Kommunale Abfallwirtschaft des Landratsamts, Peter Kistler, sieht in dem Sortieren jedoch eine Investition für die Zukunft: „Dadurch wissen wir, wo wir an dem Problem genau ansetzen müssen.“ Denn noch 1994 lag das Müllgewicht pro Einwohner im Landkreis bei 123,38 Kilogramm, 2010 war es auf 132,72 Kilogramm gestiegen. „Wir müssen einfach Möglichkeiten finden, das Volumen wieder zu reduzieren“, so Kistler.

Dabei sehen sich die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft auch Nachbarlandkreise und deren Müllregelungen an. So ist in einigen Landkreisen die Biotonne verpflichtend, wer sich davon befreien lässt, muss also nicht weniger Müllkosten zahlen. Doch in Dachau kostet eine 80-Liter-Restmülltonne 120 Euro im Jahr, wer dazu noch eine Biotonne haben will, muss für solch eine 80-Liter-Tonne 48 Euro zusätzlich zahlen. So haben im Landkreis Dachau zwar 37 000 Haushalte eine Restmülltonne, aber nur 11 000 Haushalte auch eine Biotonne. (np)

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