Dachau - „Er hat als Lyriker einen Rang erreicht, der ihm (fast) alles gestattet.“ Michael Groißmeier ist in der ganzen Welt zu einem Begriff geworden. Am Sonntag wird er 75 Jahre alt.

„Nach 44 Büchern ist mein literarisches Schaffen ausgeschöpft.“ Der Etzenhauser Michael Groißmeier feiert am Sonntag in aller Ruhe seinen 75. Geburtstag. Foto: Dr. Bärbel schäfer
Der Dachauer Lyriker und Erzähler Michael Groißmeier wird am morgigen Sonntag 75 Jahre alt. Michael Groißmeier wurde am 21. Februar 1935 in München geboren und ist in Etzenhausen aufgewachsen. Sein literarisches Oeuvre umfasst seit 1963 derzeit 44 Bücher, meistens Gedichtbände, drei Erzählbände und den Roman „Der Zögling“. In diesem autobiografischen Roman reflektiert Groißmeier seine Kindheit während des Zweiten Weltkriegs und die Erziehung im Erzbischöflichen Knabenseminar in Freising, die ihn dazu bewog, einer geistlichen Laufbahn den Beruf des Beamten vorzuziehen.
Bis heute ist Groißmeier in seinem literarischen Schaffen von der Nähe des ehemaligen Konzentrationslager beeinflusst, dessen Schrecken er trotz seiner wohlbehüteten Kindheit zu spüren bekam.
Michael Groißmeier hat seine sämtlichen Gedichte von 1953 bis 2009, insgesamt 10 556 handschriftliche Heftseiten, dem Literaturarchiv Monacensia in München übergeben. 200 Bücher von Schriftstellerfreunden mit persönlichen Widmungen und Signaturen hat er dem Stadtarchiv u überlassen. Seine letzte Neuerscheinung ist der Haikuband „Die Eiszapfenharfe“ im Januar 2010. Das sei seine letzte Veröffentlichung gewesen, teilte der Schriftsteller mit. „Nach 44 Büchern ist mein literarisches Schaffen ausgeschöpft.“
Michael Groißmeier, der seit 1964 mit Ehefrau Margit verheiratet ist und die 45-jährige Tochter Andrae hat, will sich nun ganz dem Violinstudium widmen, das er schon als Bub in Freising beim Domkapellmeister Geisenhofer und später bei Anton Goldhofer erlernt hat. Unter Max Eham spielte er sogar im Freisinger Dom und im Liebfrauendom in München. Wie angesehen Groißmeier in Schriftstellerkreisen ist, zeigt die Verbundenheit zu Heinz Piontek (1925-2003). Mit ihm korrespondierte Groißmeier seit 1978. Piontek schrieb über Groißmeier: „Ich freue mich, wenn ihm neue Bilder einfallen, wenn er mit Metaphern ins Schwarze trifft, ihm Reime glücken, die ich anderswo noch nie gelesen habe ... Michael Groißmeier hat als Lyriker einen Rang erreicht, der ihm (fast) alles gestattet.“
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