313.07.09|Lkr. Dachau|Lkr. Dachau|5
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Indersdorf - Rund 1000 Leute sind zum Kloster Indersdorf gekommen, um im Klostergarten Konstantin Wecker, Claudia Koreck und Matthias Kellner zu sehen.

Zunächst wurden die Musikfans einer harten Geduldsprobe unterzogen: Der Einlass verzögerte sich aufgrund der Beerdigung von Josef Berghammer am Vormittag um mehr als eine Stunde. Denn während der Trauerfeier konnten die Proben und der Soundcheck der Musiker nicht stattfinden, weshalb der Zeitplan ins Wanken geriet. Die wartende Menge zeigte sich dann äußerst ungehalten, die Sicherheitskräfte und das Personal an der Kasse mussten sich einige derbe Sprüche anhören.
Als sich dann endlich die Tore zum Klostergarten öffneten und das Publikum es sich auf Picknickdecken und Stühlen bequem gemacht hatte, löste sich die Anspannung merklich.
Und Matthias Kellner schickte sich mit seiner Band schon bald an, die Laune des Publikums zu heben. Der Straubinger mit der kräftigen Stimme bewies echte Entertainer-Qualitäten. Zwischen seinen auf Englisch gesungenen Songs erzählte Kellner immer wieder kurze Geschichten zu deren Entstehung. Die teils rockigen, teils entspannten Blues-Nummern hatten nämlich Hintergründe: Einen Song über Werwölfe habe er zum Beispiel geschrieben, „weil meines Wissens noch keiner einen Pop-Song über Werwölfe geschrieben hat“, erklärte Kellner.
Nach einer Umbaupause war es Zeit für Claudia Koreck. Die Traunsteinerin toppte mit ihren sommerlichen Songs im bayerischen Dialekt noch das Niveau ihres Vorgängers. Auch Koreck hatte eine Band mitgebracht, die über jeden Zweifel erhaben war. Begleitet von Keyboard, Bass und Schlagzeug überzeugte sie nicht nur mit ihrer schönen Stimme sondern auch auf der Gitarre.
In ihren Songs thematisiert die 23-Jährige immer wieder persönliche Momente, wie in „Lisa“, das ihrer besten Freundin aus Schulzeiten gewidmet ist.
Um kurz nach acht betreten dann Konstantin Wecker und seine drei kongenialen Musiker die Bühne des Klostergartens. Viele der Anwesenden sehen den Sänger, Liedermacher, Pianisten, manchmal frotzelnden, gerne tiefssinnigen Künstler Konstantin Wecker nicht zum ersten Mal. Und das erwartungsvolle Publikum wird nicht enttäuscht. Mit einer Mischung aus seinem Tourprogramm vom letzten Herbst aber auch einigen neuen Liedern bringt er die Leute zum Lachen, aber auch zum Grübeln, wie bei seinem Song „Sage nein!“
Enttäuscht war eigentlich nur Thomas Zinkl von der ZWS Promotion GbR, dem Veranstalter des zweiten Open Air unter dem Motto „Kultur im Kloster“. Das hatte nichts mit dem Konzert selbst zu tun, das von den Musikern und Zuhörern her alle Erwartungen erfüllt habe (Zinkl: „überragend, wunderschön, super Stimmung“). Vielmehr folgert der Veranstalter, dass angesichts von 500 zahlenden Zuhörern aus dem Landkreis und weiteren 500 aus dem Münchner Raum „Indersdorf eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht akzeptiert“. Angesichts der Werbung im Vorfeld mit 1000 Plakaten, Zehntausenden von Handzetteln und eines „Aufwands, den kein Mensch auf der ganzen Welt betreibt“, komme er zum Schluss, „dass das Publikum im Landkreis Dachau solche Großveranstaltungen nicht zu schätzen weiß." (mm)
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