Landkreis - Der Adelzhauser Forst ist Heimat einer aufrührerischen Kuh geworden: Seit fast sechs Wochen ist dort ein Hochlandrind untergetaucht.

© Kramer
Diese Kuh hat ein Jogger entdeckt.
Zunächst hielt es sich versteckt, doch in den vergangenen Tagen ist es einige Male Spaziergängern begegnet – und damit stellt sich die Frage: Haben die Besitzer die Kuh einfach abgeschrieben?
Denn das Erstaunliche ist: Niemand schien die Kuh zunächst zu vermissen. Die Polizei Dachau wusste nichts von einem entlaufenen Rindvieh und verwies auf Aichach-Friedberg. Die Polizei in Friedberg wiederum verwies auf die Autobahnbetreibergesellschaft Autobahnplus A 8 GmbH. Die Firma ist unter anderem für die Beweidung der Grünstreifen neben den Fahrspuren verantwortlich. Mitarbeiterin Carolin Mayer bestätigte schließlich, dass ein Tier seit „mindestens sechs Wochen“ abgängig sei. Aber: „Unser Autobahnmeister ist davon ausgegangen, dass die Kuh inzwischen verendet ist und von Wildschweinen gefressen wurde.“ Denn das Rindvieh hat ein Problem: An beiden Hörnern hängen Seilreste – also vermuteten die Firmenvertreter, dass die Kuh sich damit im Unterholz verfangen hätte und verdurstet sei.
Yvonne ist wieder da
„Dienstagabend, es war schon fast dunkel. Ich joggte durch den Adelzhauser Forst. Plötzlich sah ich im schummrigen Licht der Stirnlampe ein großes gehörntes Wesen auf dem Weg, etwa zehn Meter vor mir. Nachdem ich mich von dem Schrecken erholt hatte, näherte ich mich der Erscheinung: Sie stellte sich als ein Rindvieh heraus. Mit einer Risthöhe von rund 120 Zentimetern, langen gebogenen Hörnern und einer Beatles-Frisur. Als ich mich ihr weiter näherte, verzog sie sich langsam in die Büsche. Am nächsten Abend drehte ich erneut meine Runde. Gerade als ich wieder an die verrückte Erscheinung dachte, fiel mir ein großes dunkles Etwas links vor mir auf: das Hochlandrind. Ich lief langsam an ihm vorbei. Sie schnaubte nur leicht, graste dann weiter. Am Donnerstag ging ich mit meinem Sohn auf die Pirsch – und schon nach einer halben Stunde hatten wir das Tier vor der Kamera. Es ließ uns nicht näher als 15 Meter heran und schlug sich dann ins dunkle Tann. Wir haben sie dann Lucy getauft, nach „Lucy in the Sky with Diamonds“, schließlich kommt sie von der britischen Insel und hat eine Beatles-Mähne.“
Horst Kramer
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