Dachau - Der fünfeinhalbjährige Nicolas ist blind und stumm. Durch Spenden konnte er an einer Delphintherapie teilnehmen – mit überraschendem Erfolg.

Ein Traum wurde Wirklichkeit: Nicolas mit Therapeutin Steffi und Delphin „Papito“.
Der Traum einer Delphintherapie ist für den kleinen Nicolas und seine Eltern Wirklichkeit geworden. Angefangen hat das Ganze im Januar dieses Jahres, als in der Dachauer Lokalausgabe unserer Zeitung über das Schicksal des kleinen, inzwischen fünfeinhalbjährigen Nicolas berichtet wurde. Nicolas ist mehrfach behindert, kann nicht sprechen und ist blind.
Kurz nach der Geburt passierte das Furchtbare. Nicolas und sein Zwillingsbruder Dominic wurden von einem hochaggressiven Virus befallen, der binnen Stunden die Gehirne der Babys zu großen Teilen zerstörte. Die Eltern versuchten alles, um den Kindern zu helfen. Kaum eine Therapie, die sie nicht ausprobierten. Doch all das bringt keinen Erfolg. Im November vorigen Jahres stirbt der kleine Dominic.
Tatsächlich konnte sie im Sommer die immer wieder gewünschte Delphintherapie realisieren. Ende August flog die ganze Familie nach Curacao auf den Niederländischen Antillen. Dort ist das Curacao Dolphin Therapy & Research Center N.V. (CDTC) im Curacao Sea Aquarium Park. Vom 31. August bis 11. September erhielt Nicolas täglich speziell für ihn angepasste Therapieeinheiten, jeweils zwei Stunden. Sie wurden nach verhaltenstherapeutischen Prinzipien und wissenschaftlichen Grundlagen durchgeführt.
Besonders eingegangen wurde dabei auf die Verbesserung des Gleichgewichts und der Tiefensensibilität, um Nicolas Körperschema und -bewusstsein zu steigern. Diese Behandlung soll dazu führen, dass Nicolas mehr Sicherheit bei Bewegungen im Alltag bekommt. Auch an seiner Kommunikation wurde gearbeitet. Dabei erlernte er „ja“ und „nein“ und andere einfache Wörter.
Besonders freute sich Nicolas aber, wenn er mit seiner Therapeutin Steffi und dem Delphin „Papito“ beisammen sein konnte. Das war jedesmal der Höhepunkt des Tages für ihn. Durch das tägliche Streicheln „seines Delphines“ und das an der Haut entlang strömende Meerwasser wurden Reize während bestimmten Aktionen gesetzt.
Zusätzlich erhielt er Anreize, indem sein Delphin ihn an den Fußsohlen oder an seinen Handflächen durchs Wasser schob oder auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durch das Wasser zog.
Ariane Magg freut sich, dass Nicolas nach der Delphintherapie allgemein entspannter und geduldiger geworden ist. „Er möchte jetzt mit Unterstützung und Hilfe öfter laufen üben und auch das Verständnis ist besser“, berichtet sie. Ein Traum sei Wirklichkeit geworden.
Klaus Rabl
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