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Vampir-Räuber zwei Jahre nach Überfall vor Gericht

Vampir-Räuber zwei Jahre nach Überfall vor Gericht

Dachau - Die Faschingstage 2007 wird eine 47-jährige Kassiererin aus Karlsfeld wohl nie mehr vergessen. Es war drei Uhr früh, als ein „Vampir“ die Tankstelle betrat.

In dieser Maske erschreckte der Räuber die Angestellte fast zu Tode. Foto: kn

Der Mann zückte eine Waffe und schrie: „Geld her, Du Drecksau tu das Geld raus!“ Er erbeutete 800 Euro und floh. Zwei Jahre später, Anfang Mai 2009, konnte der 23-Jährige gefasst werden. Jetzt begann vor dem Landgericht München II der Prozess gegen den Kellner.

In Weilheim hatte sich der Grieche 2008 an Drogengeschäften beteiligt. Dabei ging er den Fahndern in Netz. Eine Speichelprobe ergab die Übereinstimmung mit einer DNA-Spur, die an einem Handschuh festgestellt worden war, den der Tankstellen-Räuber 2007 auf der Flucht weggeworfen hatte. Der junge Grieche war rasch geständig. Beschaffungskriminalität hatte ihn vor zwei Jahren zu der Tat getrieben.

Zu Prozessauftakt beschäftigten seine wechselnden Aussagen zum Drogen- und Alkoholkonsum das Gericht. Nach der Erklärung von Verteidigerin Angelika Baumgärtel hatte der ungelernte Kellner auf einer privaten Party zu viel Alkohol und Drogen konsumiert. Als er eine Pistole fand, sei ihm die Idee des Überfalls gekommen. Er maschierte zur Tankstelle, hielt der Kassiererin die Waffe unter die Nase und forderte sie auf, die Kasse zu öffnen. Als sie erklärte, die Kasse nicht öffnen zu können, schlug der 23-Jährige mit der Faust so lange auf die Kasse, bis sie sich öffnete.

Dabei verletzte er sich selbst so stark, dass er blutete – und so die später ihn verratende Spur setzte. Schließlich griff er in die Kasse, nahm etliche Geldscheine an sich, aber angeblich nicht alle. Anschließend flüchtete er über ein Feld. Auf dem Weg warf er Waffe, Maske und Handschuhe weg. An die Kassiererin, die er fast zu Tode erschreckte, verschwendete er keinen Gedanken. Er erfuhr erst im Nachhinein, was er ihr durch den Überfall angetan hatte.

Die damals schon psychisch belastete Frau erlitt eine Panikattacke und musste zwei Wochen stationär in der Psychiatrie behandelt werden. Immer wieder wurde sie von so genannten Flashbacks heimgesucht, bei denen sie nachts aufschreckte und die Überfallszene neu durchlebte. Der Prozess dauert an. (wal)

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