Röhrmoos - Zwölf furchterregende Gmoa-Hexen haben gestern das Röhrmooser Rathaus gestürmt und Bürgermeister Hans Lingl entmachtet. Heuer, zum 20-jährigen Hexen-Jubiläum, hatten die resoluten Damen wieder ihren Kutscher, den Jackerbauern Sepp, dabei gehabt, der im vorigen Jahr krankheitsbedingt geschwächelt hatte.

Trotz vieler Vorwürfe feierte der Bürgermeister ausgelassen mit den Hexen. foto: ost
Auch personalmäßig gibt es im Jubiläumsjahr eine Änderung: Den Oberhexen-Job übernahm Hexe Elfriede, denn die langjährige Oberhexe Paula hatte sich in den Ruhestand verabschiedet. Als Junghexerl konnte Claudia in die närrische Gilde aufgenommen werden, sodass die Zukunft gesichert ist. Eigentlich wäre es ja schon das 21. Jahr, dass es die Gmoa-Hexen gibt, doch einmal ist der Fasching ausgefallen.
Mit dem Gemeindeoberhaupt sind die Hexen heuer wenig zimperlich umgegangen. So haben sie Lingl und dessen Gemeinderat Fehler in der Ortsplanung vorgeworfen und die Schuld am Geschäftesterben in Röhrmoos in die Schuhe geschoben. Voller Trauer war das Herz der Hexen, weil ihr Domizil, das Gasthaus Hagn, abgerissen wurde. Aber der Entschluss: „Wir machen eine eigene Boazn auf“, steht. Nur unweit von Zinsmoasters Erdäpfelager entfernt soll der mit Zentralheizung ausgestattete Hexen-Wong stationiert werden, und hier sollen auch die Dörfler einen gemütlichen Unterschlupf finden.
Lingl nahm all die Vorwürfe auf die leichte Schulter und lud zu Sekt und Krapfen ein. Danach opferte er widerstandslos seine Krawatte und den Rathausschlüssel. josef ostermair
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