Dachau - Wenn aus Liebe Hass wird, dann schrecken manche Menschen vor nichts zurück. Um den ehemaligen Partner fertig zu machen, fallen alle Hemmschwellen.
Zum Beispiel bei Ali M. (alle Namen geändert) und Gerda B. Das einstige Ehepaar zeigte vor dem Dachauer Amtsgericht, wie tief man selbst sinken kann, um die einstige Liebe ins Verderben zu stürzen.
Acht Jahre waren der Mann aus dem Landkreis Dachau und die jetzt in Baden-Württemberg lebende Frau verheiratet, haben vier gemeinsame Kinder. Im Mai 2006 verließ die 43-jährige Frau die Familie. Und sah sich neben dem Vorwurf, die Kinder im Stich zu lassen, bald einer weiteren Anschuldigung ausgesetzt: 70 000 Euro habe sie ihm aus einer Schublade gestohlen, behauptete der Ehemann.
Damals betrieb der 45-Jährige ein Wettbüro. Das Geld habe er für eine Geschäftserweiterung besorgt. Doch dann sei es auf einmal nicht mehr da gewesen. Stattdessen habe er ein Foto in der Schublade gefunden. Dieses zeigt Ali M. mit aufgemalten Teufelshörnern.
Die wegen Diebstahls angeklagte Ex-Frau wies vor Gericht jede Schuld von sich. Worauf Ali M. von ihr forderte: „Wenn Du noch ein bisschen Ehre hast, dann schwör auf das Leben Deiner Kinder.“ Was nicht nötig wurde. Selbst der Staatsanwalt bekannte in seinem Plädoyer, die Aussagen des Ehemanns „sind von Belastungseifer durchsetzt“. Für die Existenz des Geldes gebe es keinerlei Beweis. Und wenn doch, dann hätte es auch ein anderer stehlen können.
Dementsprechend lautete das Urteil von Richterin Sylvia Schwalm: Freispruch. Rechtsanwalt Alexander Korres, Verteidiger von Gerda B., vermutet als Motiv für die Anschuldigungen des Mannes: „gekränkter Stolz, von der Ehefrau verlassen worden zu sein.“
Diese hielt sich in den Verhandlungspausen auch nicht gerade vornehm zurück, was Anschuldigungen gegenüber ihrem Ex-Mann betrifft: Ein Zocker sei er und pleite; er mache krumme Geschäfte und betreibe Steuerhinterziehung. (flg)
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