Dachau/Karlsfeld - "Joschi ist ein neugieriger und zutraulicher Hund", sagt Karin N. über ihren Terrier. Diese Neugierde wurde ihm fast zum Verhängnis: Bei einem Spaziergang wurde er angeschossen.

Die Nachbarin von Karin N., Angela S., war mit Joschi, drei weiteren Hunden und mit einer befreundeten Nachbarin und deren zwei kleinen Kindern im Schwarzhölzl unterwegs. Plötzlich ein Rascheln abseits des Wegs, Joschi sprang ins Dickicht. Dann ein Schuss. Aus unmittelbarer Nähe.
"Die Kinder haben sofort angefangen zu weinen und zu schreien", berichtet Angela S. Kurz darauf kroch Joschi aus dem Gebüsch. Er blutete aus dem Maul. Dann kam noch ein Ruf: Leint eure Hunde an, oder ich schieß euch ab!
"Die Kinder waren kaum noch zu beruhigen, wir sind sofort zurück zum Auto", so Angela S. Den Schützen gesehen hat niemand.
Sowohl N. als auch ihre Nachbarin sind fassungslos über das Verhalten des unbekannten Mannes. Die beiden Frauen, die mit den Hunden unterwegs waren, haben Anzeige wegen Bedrohung erstattet. Auch wenn es nicht erlaubt ist, im Naturschutzgebiet Schwarzhölzl Hunde von der Leine zu lassen - den Schuss rechtfertige das noch lange nicht, so Angela S. empört. "Wir waren keine 20 Meter entfernt. Und da der Jäger so schlecht schießt, dass er den Hund aus nächster Nähe verfehlt hat, hätte er auch uns treffen können." Die Kinder hätten den Schuss als Angriff empfunden.
"Es dürfte nicht allzu schwer sein, den Jäger zu ermitteln", sagte eine Sprecherin der Dachauer Polizei gestern. Wenn nachgewiesen ist, wer der Schütze war, drohe dem Mann eine Anzeige wegen Bedrohung.
Karin N. jedenfalls wird vorerst mit ihrem Hund nicht mehr durchs Schwarzhölzl spazieren. Terrier Joschi ist mittlerweile wieder auf den Beinen. Seine Neugierde ist ihm aber vergangen. (kwo)
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