322.12.09|Lkr. Ebersberg|Lkr. Ebersberg|13
Drucken|Empfehlen|Schrift
a
/
A||recommendbutton_count130
Kirchseeon - Die „Interessensgemeinschaft Mobilfunkmast Kirchseeon“ hat wegen des nahe Pötting auf Osterseeoner Flur entstehenden 45 Meter hohen Sendemastens von O2 mit einem Schreiben bei Bürgermeister Udo Ockel (CSU) interveniert.
Anlass der Protestnote ist die Tatsache, dass der Gemeinderat die Planung zunächst verworfen, dann aber doch gebilligt hat. „Wir waren durchaus überrascht, dass wir als unmittelbar betroffene Anwohner über die neue Entwicklung nicht informiert wurden. Aufgrund unserer persönlichen Gespräche und dem Briefkontakt, der Anfang des Jahres entstanden ist, glaubten wir, uns in dieser Sache eigentlich gut von Ihnen vertreten“, schrieben Nicole Nutschel, Reinhard Schletter, Bernhard Buckel, Oliver Gampe, Christoph Köhler, Caudia und Christian Möchl sowie Rüdiger Za. Ihren Brief schickten sie zudem an das Landratsamt und die Sprecher der Kreistagsfraktionen.
Die Unterzeichner halten die Rücknahme des ursprünglichen Gemeinderatsbeschlusses für fraglich. Die Marktgemeinde habe nämlich die Zweimonatsfrist zum Einspruch nicht ungenutzt verstreichen lassen. „Wir, die betroffenen Anwohner Kirchseeons, haben sehr wohl und auch sehr zeitnah Bedenken geäußert und diese fielen ja offensichtlich auch im Gemeinderat auf fruchtbaren Boden.“ Tatsächlich habe es während der zwei Monate, also seit der Entscheidung des Gemeinderates am 13. Januar, nachweisbar E-Mail-Verkehr mit O2 gegeben, in dem die Bedenken des Gemeinderates dargelegt worden seien. Da dessen Bitte um Aufklärung von O2 bislang nicht entsprochen worden sei, befinde sich vielmehr O2 seit über einem halben Jahr im Verzug. Insofern sei ein von dem Mobilfunkbetreiber zitiertes Gerichtsurteil in aktuellen Fall nicht zutreffend.
Bestürzt zeigen sich die Unterzeichner über eine Mitteilung von Bürgermeister Udo Ockel an O2, in der der Rathauschef laut O2 Ende November signalisiert habe, dass seitens des Markts Kirchseeon grundsätzlich Einverständnis mit dem Vorhaben des Unternehmens bestehe. „Wir können uns nicht vorstellen, dass Sie, als Vertreter des Marktes Kirchseeon und im konkreten Fall explizit als unser Vertreter, tatsächlich eine solche Aussage getroffen haben“, richtet sich die Initiative an den Rathauschef. Diese „Fehlinterpretation“ solle Ockel gegenüber O2 klarstellen, fordert die Initiative in einem Schreiben.
Auch zu der Versicherung des Mobilfunkbetreibers, der Mast sei als ein Richtfunkmast zur Versorgung der Reisenden auf der ICE-Strecke München – Rosenheim notwendig und müsse in 45 Meter Höhe gebaut werden (wir berichteten), äußert die Initiative Bedenken. Durch diese Höhe sei es nämlich jederzeit möglich, weitere Sendeplätze an andere Mobilfunkbetreiber zu vermieten. Dadurch minderten sich für O2 die Kosten, jedoch würden für die Anwohner die Belastungen steigen. Die Initiative fordert von Ockel eine Garantie, dass „der Masten ausschließlich für den Richtfunk genutzt wird und keine Untervermietung stattfindet“. Dass nun „ein 45 Meter hoher Stahlklotz völlig ohne Bedenken in das Idyll ihres Wohnorts am Rande eines Landschaftsschutzgebiets betoniert werden soll“, sei unerträglich. „Wir bitten Sie deshalb nochmals dringend, unsere gemeinsame Sache im Sinne aller Kirchseeoner zu vertreten und sich mit aller Kraft für den Erhalt dieses Fleckchens einzusetzen“, appelliert die Initiative an den Bürgermeister. Sie ersucht um eine Gesprächsrunde, „um einen Austausch der Informationen und Argumente zu ermöglichen und auch unsere Belange einbringen zu können“.
Von Eberhard Rienth
zurück zur Übersicht: Lkr. Ebersberg

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

