Aßling - SPD und Grüne ziehen in Aßling gemeinsam in den Bürgermeisterwahlkampf. Benedikt Mayer aus Emmering soll bei der Wahl am 26. September Werner Lampl (CSU) den Posten an der Spitze des Rathauses abjagen.

„Wir treten eindeutig als Siegspieler auf“: Benedikt Mayer. Foto: sro
„Aßling braucht einen Mann, der die Finanzen wieder in den Griff bekommt. Wir sind ja total verschuldet“, begründete SPD-Ortsvorsitzender Toni Spielberger das einstimmige Votum seines Ortsvereins für den 56-jährigen Kreisrat der Grünen aus der Nachbargemeinde Emmering. Er selbst steige wegen „einer anderen Lebensplanung in der kommenden Zeit“ nicht wie vor sechs Jahren wieder in den Ring.
Ursula von Berg, Vorsitzende des Grünen-Ortsverbands sprach am Montagabend bei der Vorstellung von Lampls Herausforderer von einer „historischen Entscheidung, die in Aßling viele Wähler mobilisieren wird“, weil dieser rot-grüne Zusammenschluss zahlreiche Nichtwähler an die Urnen locken werde. Zudem, so ergänzte die langjährige Grünen-Gemeinderätin Waltraud Gruber, sehe man in Benedikt Mayer neben der politischen Alternative auch eine in der Persönlichkeitsstruktur: „Benedikt Mayer ist für Argumente offen und dann auch handelnd“, kritisierte sie indirekt den CSU-Amtsinhaber.
Dass Rot und Grün mit Mayer einen Emmeringer und keinen Aßlinger ins Rennen schicken, bezeichneten die Parteivertreter als einen Vorteil. „Die Sicht von außen tut uns gut“, hieß es. Zudem sei ja auch Lampls Vorgänger, also Hans Kastenmüller, ein Auswärtiger gewesen, nämlich aus Grafing gekommen.
Waltraud Gruber zeigte sich ebenfalls zuversichtlich: „Auf Landesebene hat die CSU wie auch schon im Aßlinger Gemeinderat keine Mehrheit mehr. Das bietet die realistische Chance, mit einem überparteilichen Kandidaten den Amtsinhaber aus dem Sattel zu heben.“ Wobei Gruber ausdrücklich betonte, dass sowohl die Aßlinger Freien Wähler als auch die Unabhängige Liste (UNL) noch in das Bündnis eintreten könnten.
Vor fünfeinhalb Jahren hatte Werner Lampl von der CSU 73 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, Toni Spielberger für die SPD zwölf Prozent und Hans Haas für die Grünen 15 Prozent. Umgerechnet in absolute Wählerstimmen müsse er also noch knapp 400 Aßlinger Wähler überzeugen, um den Amtsinhaber aus dem Sattel zu heben. Das wollen Mayer und die ihn stützenden Parteien mit „einem kurzen, aber originellen und intelligenten Wahlkampf“ schaffen, in dem neben der Person des Kandidaten natürlich auch Inhalte im Vordergrund stehen würden. Drei Schwerpunkte nannte Mayer schon am Montagabend: Die Eindämmung der gemeindlichen Verschuldung, „die Gift ist“, Transparenz bei den Entscheidungsfindungen, „weil vieles nichtöffentlich läuft und das absolut kontraproduktiv ist“, sowie eine Reform der Verwaltungsstruktur im Rathaus „hin zu tatsächlicher Effektivität“.
An einem gemeinsamen Wahlprogramm wollen Rot und Grün bis zur offiziellen Kandidatenvorstellung am Donnerstag, 20. Mai, noch arbeiten. Erstmals wollen Genossen und Grüne am Dienstag, 27. April, von 19.30 Uhr an im Ratszimmer des Gemeindesaals ihren Kandidaten interessierten Bürgern vorstellen.
Von Eberhard Rienth
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