Ebersberg - Der Ebersberger Grünen-Stadtrat und Tunnel-Erfinder Philipp Goldner hat dem Rosenheimer Straßenbauamt indirekt vorgeworfen, sein Projekt nicht ergebnisoffen geprüft zu haben.

Enttäuscht vom Straßenbauamt: Philipp Goldner. Foto: jro
In der Sitzung des Technischen Ausschusses sagte Goldner zu Vertretern des Staatlichen Bauamts Rosenheim, mit der Art und Weise, wie der Tunnel präsentiert worden sei, habe es die Behörde den Tunnel-Gegnern leicht gemacht. „So wie der Tunnel von Ihnen dargestellt wurde, ist er nicht mehrheitsfähig“, sagte der Grüne vorwurfsvoll.
Hintergrund: Das Bauamt Rosenheim hatte Ende 2008 eine Machbarkeitsstudie für eine Entlastung der Kreisstadt vom Nord-Südverkehr vorgestellt. Enthalten waren darin Umfahrungsvarianten im Westen und im Osten der Stadt sowie der Goldner-Tunnel vom Rosskopf zum Klostersee. Die Experten des Bauamts hatten bei ihrer Präsentation davon gesprochen, dass beim Tunnelbau wohl fünf Häuser abgerissen werden müssten, was für massive Unruhe in der Bevölkerung gesorgt hatte. Die Planer hatten die Kosten für Abriss und Entschädigung mit fünf Millionen Euro beziffert. Zudem hatten sie an dem Abend in der Sieghartsburg eindrucksvolle Bilder von eingestürzten Tunnelbauten gezeigt – was bei Befürwortern des Goldner-Projekts prompt den Vorwurf der Parteilichkeit laut werden ließ.
Der Stadtrat Ebersberg wird sich bis Ende des Jahres zu der Machbarkeitsstudie des Staatlichen Bauamts äußern, die die ortnahen Umfahrungsmöglichkeiten und eben den Tunnel zum Inhalt hat.
Bürgermeister Walter Brilmayer informierte auf Anfrage seines Vizes Toni Ried (FW), dass es in der Gemeinde Albaching (Lk. Mühldorf) Überlegungen gebe, „die in Richtung Ortsumgehung“ gingen. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde und im Dorferneuerungsprogramm würden Voraussetzungen dafür geschaffen, so der CSU-Politiker: „Das wäre ein überörtlicher Ansatz“, meinte er.
Von Michael Acker
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