Landkreis - Euter, Schwanz, Milch, Flecken, Hörner - augenscheinliche Merkmale eines Rinds. In Punkto Hörner trifft dies aber oft nicht mehr zu. Seit Jahren s ist der Trend zur Enthornung der Tiere unter konventionellen sowie Bio-Bauern weit verbreitet

© STEFAN_ROSSMANN
Mit Hörnern könnten sich die Tiere im Stall verletzen. Foto: Stefan Rossmann
90 Prozent der Milchviehhalter im Landkreis Ebersberg nehmen bei ihren Kälbern eine sogenannte Enthornung vor. Diese Zahl schätzt Josef Schechner jun., Vorsitzender des Ortsverbands Ebersberg des Bayerischen Bauernverbands. „Dabei handelt es sich in erster Linie um Rinder aus Laufställen. Es geht darum, Verletzungen bei Mensch und Tier zu verhindern“, erklärt Schechner. Unter Rindern komme es, so der Landwirt, immer wieder zu Rangkämpfen, bei denen sich die Tiere mit ihren Hörnern verletzten könnten. Die Haltung in Laufställen lässt kein Ausweichen der Tiere bei Kämpfen um die natürliche Rangordnung zu.
In den meisten Fällen wird deshalb bereits bei den Kälbern die sogenannte Hornbildeknospe mit einem Brennstab ausgebrannt. Eine schmerzhafte Behandlung. „Bei Kälbern unter sechs Wochen ist die Hornanlage noch ziemlich klein und die Entfernung deshalb relativ einfach möglich. Nichtsdestotrotz ist die Entfernung ein schmerzhafter und belastender Eingriff“, erklärt das Landratsamt Ebersberg. Gemäß Tierschutzgesetz sei keine Betäubung erforderlich, heißt es.
Von Patrick Wehner
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