Vaterstetten - Auch Stiftungen gehören zu den Verlierern der Wirtschafts- und Finanzkrise. Deshalb rührt der Vaterstettener Ernst Gottlieb gegenwärtig ganz kräftig die Werbetrommel - für den Uhrmachernachwuchs.

„Haben kaum Bewegungsspielraum“: Uhrmachermeister Ernst Gottlieb. Foto: kn
Dass sich der 62-Jährige dieser Aufgabe verschrieben hat, kommt nicht von Ungefähr. Er ist Goldschmiede- und Uhrmachermeister, hat in Kirchseeon ein Vierteljahrhundert sein Geschäft geführt. „Aus Liebe zur Zeitmessung“, erzählt er. Die hat ihm nicht nur ein erfülltes Berufsleben gebracht, sondern auch etliche ehrenamtliche Nebenjobs. So ist der frühere Jahresbestmeister und Bundessieger noch heute Obermeister der Uhrmacherinnung München und Oberbayern sowie Präsidiumsmitglied des Zentralverbands für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik und zudem noch Vorsitzender des Fachausschusses für Wirtschaft und Technik seiner Zunft.
Ganz besonders ans Herz gewachsen ist Gottlieb aber die Stiftung zur Nachwuchsförderung im bayerischen Uhrmacherhandwerk. Ihr steht er seit nun schon fünf Jahren als Vorsitzender vor. Und ärgert sich auch dabei: „Unser Stiftungskapital in Höhe von 50 000 Euro ist natürlich gebunden, aus den restlichen 20 000 Euro ist bei den derzeit niedrigen Zinsen kaum was anzufangen. Wir haben kaum Bewegungsspielraum.“ Denn die in wirtschaftlich guten Zeiten von Herstellern und Großhändlern eintreffenden Spenden blieben derzeit nahezu aus. „Wenn wir mal 200 Euro bekommen, dann mache ich einen Luftsprung“, umschreibt er seine Gefühlslage. Die will Gottlieb ändern, indem er Uhrenliebhaber findet, und „Liebhaber zur Uhrmacherei, Zeitmessung ist schließlich eines der ältesten Gewerbe der Welt, fing ja schon mit der Sonnenuhr und der Sanduhr an“. Er sucht Förderer, „um den Nachwuchs dieses schönen Handwerks, das gepaart ist mit neuen elektronischen Techniken in der Uhr und damit seine Zukunft mitgestalten zu können“.
Gottlieb ist zuversichtlich, Förderer zu finden, „die für vieles ein Auge und Gespür haben, die aber auch vorausschauend an die Jugend denken.“ Nur so lasse sich der Service und die Pflege der Uhr des Endverbrauchers sichern.
Weitere Auskünfte gibt Gottlieb gerne unter Tel. (0 81 06) 99 94 99.
Von Eberhard Rienth
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