Superbanner

Lindsee soll wieder ein See werden

Vaterstetten - Die Wechselkröte und die Gelbbauchunke sollen‘s danken: Auch wegen dieser beiden vom Aussterben bedrohten Arten wird der Lindsee im Nordosten Vaterstettens saniert.

Einstimmig hat der Umweltausschuss des Vaterstettener Gemeinderats den Weg für das Projekt freigemacht. Das auf einen Antrag der CSU-Fraktion zurückgehende Vorhaben wird unter der Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands (LPV) abgewickelt. Dessen neuer Geschäftsführer, Josef Rüegg, stellte das Konzept vor.

Sichtbares Zeichen ist schon jetzt die Schilfmahd, die der gemeindliche Baubetriebshof vorgenommen hat. Im Kern geht es nämlich darum, die natürlichen Sukzessionsflächen wieder zurückzudrängen, damit der Lindsee wieder zu einem tatsächlichen Feuchtgebiet mit möglichst großer Artenvielfalt werden kann. Rüegg will in zwei Abschnitten vorgehen, um die noch vorhandenen Lebewesen möglichst zu schonen. Deshalb wird an der Engstelle zwischen dem südlichen und nördlichen Teil des Lindsees eine fünf Meter lange Lehmbarriere errichtet. Im Herbst soll das Technische Hilfswerk (THW) dann den südlichen Teil des Gewässers abpumpen. Im September und Oktober 2011 istder nördliche Teil an der Reihe. „Der Lindsee ist sehr stark verlandet, hat nur noch wenig freie Wasserfläche. Auch scheint durch Wurzelwerk seine Abdichtung schadhaft geworden zu sein.“ So lautete Rüeggs Beschreibung des Ist-Zustandes.

Sauer stößt ihm auch der starke Goldfischbesatz auf - „aus falsch verstandener Naturliebe“, sei dieser zustande gekommen. Die Goldfische müssten raus, was wohl am schwierigsten werden würde. Dann sollen die Schlammablagerungen und die überreichen Wasserpflanzen entnommen und schließlich eine neue Lehmabdichtung eingebracht werden. Ziel ist, danach „wieder einen ausgedehnten Flachwasserbereich zu erhalten“, beschrieb Rüegg die Intention.

Die Sanierung des Gewässers ist aber nur der eine Teil. Vorgesehen ist auch eine radikaler Rückschnitt der Gehölze. „Ein Drittel bis die Hälfte werden auf Stock gesetzt“, also abgeschnitten. „Wir brauchen wieder mehr Licht“, konstatierte Rüegg. Zudem würden mehrere temporäre Laichgewässer in kleineren Mulden angelegt. Rohbodenstandorte, die die Wechselkröte liebt, mit Wildkräutermischung, die für Insekten ein Dorado sind, sollen als letzter Schritt noch angelegt werden. Finanziert werden soll das Vorhaben zu 70 Prozent über Zuschüsse der Regierung von Oberbayern.

Weil die Fördermittel immer schwieriger zu bekommen seien, kommen Rüegg die Wechselkröte und die Gelbbauchunke gerade Recht. „Ein Zuschussantrag muss nämlich gut begründet werden, um Erfolgsaussichten zu haben“, wusste der LPV-Geschäftsführer. Rund 40 000 Euro soll das Unternehmen kosten. Nach bisherigem Stand beteiligt sich die Nachbargemeinde Anzing mit 4000 Euro.

Von Eberhard Rienth

zurück zur Übersicht: Lkr. Ebersberg

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte Landkreis EbersbergGlonn/AsslingMarkt SchwabenPoingGrafingEbersbergVaterstettenzurück zur Region

Wetter für Ebersberg

Aktuelle Fotostrecken

S-Bahn prallt mit Wohnmobil zusammen

weitere Fotostrecken:

Tiere

Ebersberg - Die "weinende" Piri sucht ein Zuhause

Die "weinende" Piri sucht ein Zuhause

Ebersberg - Dem Tierschutzverein Ebersberg gehen die Katzen nicht aus: Heute wird ein Platz für eine Kätzin gesucht, die weint.Mehr...

Ebersberg - Cindy aus dem Schacht

Cindy aus dem Schacht

Landkreis Ebersberg - „Schon seit einigen Wochen wartet die ungefähr zweijährige Tigerkätzin Cindy beim Tierschutzverein Ebersberg auf ihre Besitzer. Erfolglos“, berichtet Irmgard Passauer. „Jetzt wird es Zeit, für diese Katzendame ein neues Zuhause zu suchen.“Mehr...

Dartspiel Ebersberg

Besonders beliebte Artikel

  • kommentiert
  • gelesen
  • Themen
Beschaulich: Ansicht der Gemeinde Egmating im Südwesten des Landkreises. Foto: Stefan Rossmann

Egmatingern drohen 20 Windräder

Landkreis - Egmating im Süden des Landkreises soll die Hauptlast tragen, betroffen ist zudem schwerpunktmäßig Zorneding. Das ist das Resultat der Planung für Windenergieanlagen. Das Ergebnis wurde am Dienstag den Bürgermeistern vorgestellt: Widerstand ist programmiert.Mehr...

Franziska Hilger und Tobias Scheller mit den Postkarten vor dem Münchner Rathaus.

Post für Ude

Landkreis - In einer Postkartenaktion wendet sich der CSU-Kreisverband gemeinsam mit dem JU-Bezirksverband Oberbayern jetzt an den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, um ihn zu einer Beteiligung an der Vorfinanzierung der zweiten S-Bahnstammstrecke zu bewegen.Mehr...

S-Bahn prallt mit Wohnmobil zusammen

Grafing - Aufs Gaspedal drücken und hoffen: Das war wohl der Gedanke eines Wohnmobilfahrers (56), als er gegen 17.30 Uhr von links den Zug kommen sah. Einen Wimpernschlag später prallte die S-Bahn gegen das Heck des Wohnmobils.Mehr...

Lebensgefährlicher Stromschlag: 17-Jähriger ringt mit dem Tod

Ebersberg - Den Rettungskräften bietet sich an diesem frühen Samstagmorgen am Ebersberger Bahnhof ein Bild des Grauens. Ein schwer verbrannter junger Mann liegt im Gebüsch. Ein Funke der Oberleitung war auf den Körper des 17-Jährigen übergesprungen. Die tragische Geschichte:Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper