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Lindsee soll wieder ein See werden

310.03.10|Lkr. Ebersberg|Lkr. Ebersberg|
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Artikel: Lindsee soll wieder ein See werden

Vaterstetten - Die Wechselkröte und die Gelbbauchunke sollen‘s danken: Auch wegen dieser beiden vom Aussterben bedrohten Arten wird der Lindsee im Nordosten Vaterstettens saniert.

Einstimmig hat der Umweltausschuss des Vaterstettener Gemeinderats den Weg für das Projekt freigemacht. Das auf einen Antrag der CSU-Fraktion zurückgehende Vorhaben wird unter der Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands (LPV) abgewickelt. Dessen neuer Geschäftsführer, Josef Rüegg, stellte das Konzept vor.

Sichtbares Zeichen ist schon jetzt die Schilfmahd, die der gemeindliche Baubetriebshof vorgenommen hat. Im Kern geht es nämlich darum, die natürlichen Sukzessionsflächen wieder zurückzudrängen, damit der Lindsee wieder zu einem tatsächlichen Feuchtgebiet mit möglichst großer Artenvielfalt werden kann. Rüegg will in zwei Abschnitten vorgehen, um die noch vorhandenen Lebewesen möglichst zu schonen. Deshalb wird an der Engstelle zwischen dem südlichen und nördlichen Teil des Lindsees eine fünf Meter lange Lehmbarriere errichtet. Im Herbst soll das Technische Hilfswerk (THW) dann den südlichen Teil des Gewässers abpumpen. Im September und Oktober 2011 istder nördliche Teil an der Reihe. „Der Lindsee ist sehr stark verlandet, hat nur noch wenig freie Wasserfläche. Auch scheint durch Wurzelwerk seine Abdichtung schadhaft geworden zu sein.“ So lautete Rüeggs Beschreibung des Ist-Zustandes.

Sauer stößt ihm auch der starke Goldfischbesatz auf - „aus falsch verstandener Naturliebe“, sei dieser zustande gekommen. Die Goldfische müssten raus, was wohl am schwierigsten werden würde. Dann sollen die Schlammablagerungen und die überreichen Wasserpflanzen entnommen und schließlich eine neue Lehmabdichtung eingebracht werden. Ziel ist, danach „wieder einen ausgedehnten Flachwasserbereich zu erhalten“, beschrieb Rüegg die Intention.

Die Sanierung des Gewässers ist aber nur der eine Teil. Vorgesehen ist auch eine radikaler Rückschnitt der Gehölze. „Ein Drittel bis die Hälfte werden auf Stock gesetzt“, also abgeschnitten. „Wir brauchen wieder mehr Licht“, konstatierte Rüegg. Zudem würden mehrere temporäre Laichgewässer in kleineren Mulden angelegt. Rohbodenstandorte, die die Wechselkröte liebt, mit Wildkräutermischung, die für Insekten ein Dorado sind, sollen als letzter Schritt noch angelegt werden. Finanziert werden soll das Vorhaben zu 70 Prozent über Zuschüsse der Regierung von Oberbayern.

Weil die Fördermittel immer schwieriger zu bekommen seien, kommen Rüegg die Wechselkröte und die Gelbbauchunke gerade Recht. „Ein Zuschussantrag muss nämlich gut begründet werden, um Erfolgsaussichten zu haben“, wusste der LPV-Geschäftsführer. Rund 40 000 Euro soll das Unternehmen kosten. Nach bisherigem Stand beteiligt sich die Nachbargemeinde Anzing mit 4000 Euro.

Von Eberhard Rienth

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