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Mehr Männer an die pädagogische Front

Landkreis - Erst die Mutter, dann Kindergärtnerinnen und in der Schule schließlich meist weibliches Lehrerpersonal. In ihrer Entwicklung werden Knaben hauptsächlich von Frauen geprägt. Die schulischen Leistungen der Buben sind trotzdem schlechter als die der Mädchen. Zufall?

Über 95 Prozent des Grundschullehrer-Nachwuchses sind weiblich. Trotzdem sieht Walter Rädler, Lehrer an der Grundschule Frauenneuharting und Oberndorf, genügend Platz für männliche Kollegen. Den Mangel an Lehrern führt er auf die Bezahlung zurück. "Zwar verdient ein Grundschulpauker gar nicht schlecht, dennoch wird ein Gymnasiallehrer einfach besser bezahlt", so Rädler.

Trotzdem: In Frauenneuharting scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Momentan sind dort drei Männer angestellt. Insgesamt sind es nach Angaben des Schulamtes Ebersberg landkreisweit 31 Lehrer. Ein Drittel davon allerdings Religionslehrer, die Teilzeit arbeiten. Somit besteht ein Großteil des Personals aus Frauen. "Das in meiner Schule ist wie Lottogewinn. Wir brauchen mehr Männer an der pädagogischen Front. Sie können Buben möglicherweise besser motivieren", sagt Rädler.

"Letzte wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Buben in der Schule immer mehr den Anschluss verlieren. Sie werden vor allem beim Übertritt systematisch benachteiligt." Die Mädchen seien in der vierten Klasse um ein Jahr voraus. Deshalb wäre eine Verlängerung der Grundschulzeit sinnvoll. Rädlers Beobachtung scheint sich in den Zahlen des bayerischen Kultusministeriums zu bestätigen. Der Bubenanteil an den bayerischen Hauptschulen liegt derzeit bei 55 Prozent.

Eine Mitschuld hat offenbar der Rückzug männlicher Lehrer. "Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Männer mehr disziplinieren, Frauen mehr moralisieren", weiß Rädler. Aus Entwicklungspsychologischen Gründen mache es Sinn, wenn Schüler als auch Schülerinnen von beiden Seiten etwas mitbekämen.

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