Landkreis Ebersberg - „Manchmal ist es nicht schön, hier an der Verkaufstheke zu stehen“, meint Elisabeth Steinberger. In ihrer Stimme schwingt ein resignierender Unterton mit.

Die Müller-Brot-Filiale in Kirchseeon: „Man sagt uns nichts. Wenn wir etwas hören, dann nur das, was schon in der Zeitung stand“, so eine Verkäuferin. Foto: Jürgen Rossmann
Steinberger ist Pächterin der Müller-Brot-Filiale in Baldham. Sie muss sich nach dem Hygiene-Skandal des Unternehmens aus dem Landkreis Freising einiges von den Kunden anhören. „Und wir können doch gar nichts dafür. Wenn wir das vorher gewusst hätten, wären Pächter wohl selbst hingefahren und hätten beim Putzen geholfen.“
„Wir hatten starke Umsatzeinbußen“, berichtet die Pächterin. Die Folge: Fast allen ihren Angestellten auf 400-Euro-Basis musste sie kündigen. „Glücklicherweise haben die alle noch eine andere feste Anstellung.“ Eine Helferin beschäftigt Steinberger noch. „Ansonsten stehe ich alleine im Laden, jeden Tag von 6 bis 20 Uhr, sechs Tage in der Woche. Das kann nicht ewig so weiter gehen, das hält niemand durch.“
Der Skandal um Müller-Brot habe sie vollkommen überraschend getroffen, sagt Steinberger. „Ich bin immer noch ganz geschockt.“ Zusätzlich zu den Umsatzeinbußen muss die Pächterin wohl ihre dem Unternehmen geleistete Kaution von rund 10 000 Euro endgültig abschreiben. „Ich habe das über einen Kredit finanziert.“
Aufgeben will hingegen der Pächter der Müller-Brot-Filiale im Poinger City Center. „Ich habe den Vertrag nicht verlängert. Am 29. Februar ist für mich Schluss. Was Müller-Brot mit dem Laden macht, weiß ich nicht.“
Vollkommen verunsichert sind Mitarbeiter von Müller-Brot-Filialen, die direkt zum Unternehmen gehören. „Wir wissen nichts. Man sagt uns auch nichts“, erklärte eine Angestellte auf Anfrage der EZ. „Wenn wir vom Unternehmen etwas hören, dann nur das, was sowieso schon in der Zeitung stand“, kritisierte eine andere.
Von Robert Langer
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