Grafing - Lücken im Kader: Die Volleyballer des TSV Grafing sind auf der Suche nach einem Zuspieler. Außenangreifer Jörg Fredersdorf kehrt nach seiner Auszeit zurück.

Werben, locken, heranwinken: Grafings Trainer Jürgen Pfletschinger (l.) sucht mit Manager Macus Bohle noch nach Verstärkungen für den Zweitliga-Kader. foto: sro
von johannes markmann
Grafing - Rastlos, fokussiert und voller Ideen wirkt Marcus Bohle am Telefon. Es ist nicht immer leicht, Manager des TSV Grafing zu sein, aber der ehemalige Spieler geht in seiner Aufgabe auf, füllt sie mit Herz und Verstand aus. „Da ruft grad’ ein möglicher Sponsor an, da muss ich ans Telefon gehen“, entschuldigt sich der 46-Jährige zwischenzeitlich.
Besonders schmerzlich aber ist der Verlust von Zuspieler Rainer Stoll, der Vater wird und auch beruflich größere Herausforderungen vor sich hat. „Von dieser Position hängt ab, wie hoch wir unsere Ziele nächste Saison stecken können. Rainer zu ersetzen wird die personelle Kernaufgabe für uns“, so Marcus Bohle. Da auch Bastian Gerwers, Ersatzmann der vergangenen Spielzeit und mit sehr viel Potenzial ausgestattet, den Verein Richtung Herrsching verlässt, ist die Position im Moment vakant.
Dennoch wollen und werden die Grafinger wieder eine Mannschaft auf die Beine stellen, die um die vordersten Tabellenplätze spielen soll. „Durch die Verpflichtung von Renaud Doué ist klar, wo es lang geht“, so Bohle verheißungsvoll. Der 33-jährige Franzose soll seine Fachkompetenz und sein sympathisches Naturell in der Jugendabteilung des TSV Grafing einbringen.
In Sachen Sponsorengelder ist die Situation weiterhin nicht berauschend, zumindest aber scheint sich das Interesse nach der sich immer weiter entspannenden Wirtschaftslage wieder zu steigen. „Vor allem haben wir letztes Jahr großen Sport geliefert und der Eventcharakter unserer Spiele war groß. Unser Ziel ist es, wirtschaftlich zu wachsen. Das stellt sich aber weiterhin als sehr schwer dar“, erklärt Marcus Bohle.
Mittelblocker Renaud Doué, Neuzugang aus Unterhaching, hat das Konzept in der Bärenstadt schon mal überzeugt. „Grafing ist ein sehr seriöser Klub, über den ich von Armin Dewes nur Positives gehört habe. Ich habe ein gutes Gefühl und will mich auch gerne im Jugendbereich einbringen“, erklärt der Ex-Profi, der ausgebildeter Sportpädagoge ist. „Dann lernen die Kinder neben dem Volleyballspielen auch gleich noch Englisch“, scherzt Marcus Bohle über seine Neuverpflichtung, die bisher noch größtenteils auf Englisch kommuniziert. „Ich kann Deutsch, muss aber noch meinen Wortschatz erweitern“, sagt Doué.
Eine Art Neuzugang ist Libero Fredersdorf, der nach einjähriger Auszeit (wurde Vater) wieder Mitglied des Kaders ist und auch im Außenangriff einsetzbar wäre. Nachrücker aus der frisch aufgestiegenen Regionalliga-Formation der Grafinger Volleyballer sollen vorerst nicht kommen. Die Nachwuchsmannschaft hat den Wunsch geäußert, zusammen bleiben zu dürfen, um sich gemeinsam in der neuen Liga zu versuchen.
Der momentane Kader des TSV Grafing: Konstantin Schmid, David Schirmer, Sebastian Held, Adis Katanovic, Dejan Stankovic, Andy Kuhn, Jörg Fredersdorf, Renaud Doué.
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