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Ostumfahrung: Gegner sprechen von "übler Lüge"

Ostumfahrung: Gegner sprechen von "übler Lüge"

Grafing - „Wir wollen heute nicht über Sinn und Unsinn reden. Die Meinungsbildung überlassen wir Ihnen selbst.“ Die Schutzgemeinschaft Grafinger Osten (SGO) präsentierte im Heckerbräu die geänderte Trassenplanung der Ostumgehung. Der Saal war gerammelt voll.

Olaf Rautenberg von der Schutzgemeinschaft kritisierte im voll besetzten Saal die Tektur der Ostumfahrung. Foto: jro

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„Es bahnt sich ein Schritt in Richtung Verwaltungsgerichte an“, prognostizierte der grüne Stadtrat Heinz Fröhlich im Rahmen der Präsentation das weitere Vorgehen. „Es war eine üble Lüge, dass der Damm weg ist. Das haben viele geglaubt“, bedauerte Fröhlich. Die Initiatoren des Infoabends übten aber noch weitere Kritik: „Diese Veranstaltung wäre eigentlich die Aufgabe des Bürgermeisters und der Stadtverwaltung gewesen.“

Unter den Besuchern der Informationsveranstaltung war auch 2. Bürgermeisterin Susanne Linhart (CSU), die für ihr Erscheinen starken Applaus erhielt.

SPD-Stadtrat und SGO-Chef Olaf Rautenberg präsentierte die jetzt vorgelegten Pläne und erläuterte die vorgenommenen Änderungen. Zum Beispiel sei der Kreisel an der Rosenheimer Straße „eingedampft worden“. Er machte aber keinen Hehl daraus, dass die Schutzgemeinschaft die Ostumfahrung weiterhin vollkommen unzureichend findet. „Der Damm ist statt vier Meter nur mehr 1,68 Meter hoch“, so Rautenberg, der dazu aus einem Stadtratsbeschluss zitierte in dem es wörtlich heißt: „Der Damm wird bedingungslos abgelehnt“ – andernfalls müssten rechtliche Mittel ergriffen werden.

Weiterer Kritikpunkt: „Der Schallschutz verlechtert sich, weil niedriger.“ Die Schutzgemeinschaft hält eine Straße unter Geländeniveau für die weitaus bessere Lösung. „je tiefer die Straße, desto mehr ergibt sich der Lärmschutz von selbst.“

Fröhlich wies auf die übergeordnete Funktion der Grafinger Ostumfahrung hin: „Wir glauben dass es um den direkten Weg von Rosenheim zum Flughafen geht. Kürzeste Strecke, am wenigsten Maut.“ Die Konsequenz laut Fröhlich: „Wir werden den Verkehr auch mit Ostumfahrung nicht los.“ Dafür, so Rautenberg, würden aber zehn Fußballfelder Gelände verbraucht.

400 Einwendungen sind bisher bei der Regierung von Oberbayern eingegangen. Rautenberg, Fröhlich und der Ortsvorsitzende der Grafinger Grünen, Uwe Peters, animierten die Besucher, ihre Einwendungen einzeln zu erheben und zu artikulieren. „Sonst werden 500 Einwendungen wie eine einzige behandelt.“ Die Schutzgemeinschaft Grafinger Osten will beim Formulieren Hilfestellung leisten. „Nur wer sich schriftlich geäußert hat wird auch zur Anhörung eingeladen und hat später Klagerecht“, warnte Rautenberg vor Untätigkeit, der im übrigen vor der Illusion warnte, der Kapser Berg würde dauerhaft für den Verkehr geschlossen. „da ist nur eine verkehrsrechtliche Anordnung notwendig.“

Bürger berichteten, dass sich entlang der Ostumfahrungs-Trasse bereits Interessenten für Grundstücke gemeldet hätten. „Die Freien Wähler haben diese Straße Ortsentwicklungsstraße getauft. Aber aus Wohnen und Erholen wird jetzt Lärm und Geschäftemachen“, schimpft Fröhlich im Hinblick auf ein neues Gewerbegebiet.

Von Michael Seeholzer

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