Ebersberg - Skurril und lustig: Die Synchronisationen der Gruppe "Maschek" im alten kino haben richtig Spaß gemacht. Vor allem die Bundeskanzlerin wurde diesmal kräftig durch den Kakao gezogen.

Auf der Suche nach einem „First Husband“: Die Gruppe Maschek spricht ungewohnte Inhalte zu bekannten Fernsehbildern. Foto: sro
Was spricht Angela Merkel am Rednerpult? Nein, es ist keine Regierungserklärung und auch keine Stellungnahme zur Lage der Nation. Die Dame auf der großen Leinwand im aprikotfarbenen Blazer mit der bekanntesten Ponyfrisur Deutschlands sucht einen neuen Mann, denn Dr. Sauer will einfach nicht die Rolle des „First Husband“ übernehmen. Es handelt sich dabei nicht um eine neue Talk-Show, sondern um Mascheks Programm „Redet.drüber“, am Freitag zu sehen im alten kino. Maschek, das sind drei Männer um die vierzig, Peter Hörmanseder und Robert Stachel, beide aus Österreich, und Ulrich Salamun, geboren in Köln, die TV-Passagen neu synchronisieren. Damit unterhalten sie seit über zehn Jahren ihr Publikum und haben wohl auch selbst einen Mordsspaß.
Sie versehen die gesamte nationale und internationale Szene der Politik mit neuen Texten und legen der TV-Welt ungeahnte Worte in den Mund. Dass sich die deutsche Bundeskanzlerin dabei auf Partnersuche begibt, ist nur einer von vielen witzigen Einfällen. Eine geheime „Pimp-Agentur“ will ihr dabei helfen.
Der Lachreiz entsteht beim Publikum, wenn die aus dem tagtäglichen Fernsehen bekannten Bilder mit ungewohnten sprachlichen Inhalten kombiniert werden. Wenn zum Beispiel der junge Arnold Schwarzenegger seine enormen Muskeln spielen lässt und immer wieder wie ein kleines Kind jammert „I will a Schauspieler werden“. Oder wenn Angela Merkel im Gespräch mit einem Interviewpartner sagt, sie suche keinen Mann für den Sex, denn „das habe sich mit dem Sauer mittlerweile auf eine zufriedenstellende Frequenz eingespielt“.
Besonders gefallen hat den Ebersberger Zuschauern das, was Westerwelle in den Mund gelegt wird: Die ersten Urlauber, die in die Hindukusch-Region geschickt würden, das seien die Hartz-IV-Empfänger. Und so verbirgt sich hinter einem witzigen Einfall auch immer eine Kritik. Ganz klar macht Maschek das auch in dem Gespräch mit einem Anlageberater, dessen synchronisierte Antworten auf über 100 Prozent Gebühren kommen bei einer Anlagesumme von einhundert Euro. Von Kerner bis Beckenbauer, von Putin bis Fidel Castro, von George W. Bush senior bis George W. Bush junior: Mascheks beißende Satire macht vor keinem halt. Nicht einmal vor Nicki Laudas „greißlichen Ohrwascheln“ oder Papst Benedikts „Sing-Sang-Modus“. Das Publikum hätte gerne mehr als eine Zugabe gehört. Es darf sich aber dafür auf ein neues Programm freuen, wie die drei am Ende ankündigten.
Von Evi Thiermann
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