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Vaterstetten - Tomaten, Kürbisse, Zwiebeln, Schwarzwurzeln und sogar Artischocken: Üppige Ernte bei den Kleinpächtern. Das Programm „Sonnenäcker“ der Aktionsgemeinschaft „Ebersberger Land“ entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Die Projektverantwortliche Luise Braun zieht eine positive Bilanz.

© ROSSMANN STEFAN
Pächter Herbert Ludwig auf seinem „Sonnenacker“ in Vaterstetten. Foto: StefanRossmann
Das Prinzip ist einfach: für 45 Euro erhält jeder „Kleinpächter“ einen vom Landwirt saatfertig vorbereiteten Bifang - das ist ein 100 Meter langer und etwa 50 Zentimeter breiter Kartoffeldamm - auf dem nach Lust und Laune Gemüse, Blumen und Kräuter angepflanzt werden können. „Eine vereinfachte Form eines Kleingartens“, so Braun. Das Projekt lief jetzt im dritten Jahr. Zehn Parzellen wurden 2009 bestellt, heuer waren es bereits 18. „Das ist etwas für jedes Alter“, so Braun. „Wir haben Leute zwischen 25 und weit über 70 Jahren, wir haben ein junges Pärchen, Familien mit Kindern und Senioren.“ Die Flächen liegen bei Anzing, bei Zorneding und bei Vaterstetten.
Was angebaut wird - da gibt es keine Einschränkungen. Und so bot sich nun beim Erntefest in Vaterstetten auf dem Reitsberger Hof ein buntes Bild. „Es ist schon erstaunlich“, so Braun. „Im April war das noch ein leerer Acker im Nebel und jetzt leuchten die Farben.“ Sonnenäcker eben.
Eine Vorgabe gilt jedoch: Es darf kein mineralischer Dünger und kein chemischer Pflanzenschutz ausgebracht werden. „Wir kontrollieren das nicht“, erklärt Braun. „Aber wer auf einem Sonnenacker etwas anbaut, der will auch aufs Spritzen verzichten, der will eben natürliches Gemüse.“ Denn schließlich sei es finanziell günstiger, im Supermarkt einzukaufen, als selbst zu pflanzen und sich dann um den eigenen Acker zu kümmern. „Was man selbst gezogen hat, schmeckt aber einfach anders“, so Braun. Auf den in diesem Jahr zu Verfügung gestellten Flächen sei auch gar kein zusätzlicher Dünger notwendig gewesen, da der Boden sich als sehr ertragreich herausgestellt habe. Die Nutzer müssten sich aber schon beispielsweise um das Jäten kümmern oder die Pflanzen gießen. „Obwohl das in diesem Jahr eigentlich mit Ausnahme des Juli nicht notwendig war. Es hat genug geregnet.“
Die Nutzer sehen aber neben der Qualität ihrer auf den Sonnenäckern angebauten Produkte noch weitere Vorteile. Die „Kleinpächter“ tauschen sich aus, wenn sie sich auf ihren Parzellen treffen. Und dabei geht es nicht nur um Erfahrungen, da wechseln auch ganz konkret Pflanzen den Besitzer. Erfreulicherweise sei es auf den Flächen nicht zu irgendwelchen Zerstörungen durch Vandalismus gekommen. „Und auch dass etwas gestohlen wurde, wurde uns nicht berichtet“, so Braun.
Nach all diesen positiven Erfahrungen soll auch im kommenden Jahr das Projekt fortgeführt werden. „Wir sind weiter auf der Suche nach Landwirten, die uns Flächen zur Verfügung stellen.“ Die Verantwortlichen vom „Ebersberger Land“ würden sich freuen, wenn die Äcker nahe an den Orten liegen würden. „Damit sie gut zu erreichen sind.“ Und eine Bitte hat Braun noch. „Die Lanwirte sollen sich möglichst frühzeitig melden, damit wir planen können.“
Kontakt: Luise Braun, Tel. (0 80 92) 3 27 93, Fax (0 80 92) 3 27 93 E-Mail: luise.braun@gmx.de.
Von Robert Langer
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