Landkreis Ebersberg - Der Freistaat stuft sechs Projekte im Landkreis als förderfähig ein - doch nur ein Neubau erscheint realisierbar. Allein die betroffene Gemeinde votierte bereits gegen eine Ortsumfahrung.

Streitobjekt: Die Südumfahrung der Kreisstadt bei Gsprait. Auch die die Staatsstraßen sorgen für Diskussionen. Foto: sro
on Martin Mühlfenzl
Landkreis - Es sind drei Buchstaben, die der Terminologie deutscher Behörden entstammen: UEB. Das bayerische Staatsministerium des Inneren kennzeichnet Straßenbauprojekte mit dem ausgeschriebenen Zusatz „Überhang“, die sich bereits im Planfeststellungsverfahren, -beschluss oder im Bau befinden. Die Ortsumfahrung der Stadt Grafing etwa wird im jetzt veröffentlichten Ausbauplan für die Staatsstraßen Bayern mit der „Dringlichkeit“ 1UEB beschrieben: Die für zahlreiche Grabenkämpfe verantwortliche Trasse befindet sich im Planfeststellungsbeschluss - der Bau der Ortsumgehung wird definitiv kommen.
Geht es nach dem Willen des Innenministeriums benötigt auch die Gemeinde Forst-inning eine Umfahrung. Das Ministerium hat den Neubau einer Umfahrung Schwaberwegens auf der Linie der bedeutenden Staatsstraße 2080 höchste Priorität eingeräumt. „Davon sind wir schon überrascht worden“, macht Forst-innings Bürgermeister Arnold Schmidt (CSU) aus seiner Verwunderung keinen Hehl. Diese ist verständlich, schließlich hat sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen eine ortsnahe Umfahrung Schwaberwegens ausgesprochen. „Wir sind der Meinung, dass dadurch der Verkehr nur verlagert wird. Das kann nicht der Sinn sein.“ Das Gremium schließt eine Umfahrung allerdings nicht kategorisch aus, betont Schmidt: „Wir haben uns darauf verständigt, dass eine weiter nach Westen verlagerte, weiträumigere Umfahrung für uns in Frage kommen könnte.“ Die Überprüfung des Vorschlags obliege dem Straßenbauamt Rosenheim.
Die Plieninger Bürger sehnen ihre Umfahrungsstraße hingegen herbei - werden aber Geduld aufbringen müssen. Schließlich sieht das Ministerium die Umfahrung ebenfalls nur in der Dringlichkeitsstufe 1 Reserve. Die Chancen auf eine Realisierung in absehbarer Zukunft stehen daher schlecht.
Zwar will der Freistaat jährlich 100 Millionen Euro für Aus- und Neubauten der Staatsstraßen in die Hand nehmen - doch nur ein Bruchteil der angestrebten 668 Projekte wird sich bis zum Jahr 2020 verwirklichen lassen.
Von Martin Mühlfenzl
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