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Stadtratsveto am Ebersberger Rathauseck

Ebersberg - Jetzt hat der Stadtrat das letzte Wort, wie nach der Verkehrsfreigabe der Südumfahrung in der Ebersberger Innenstadt der Verkehr geleitet wird. Streitpunkt ist nur noch die Ecke am Rathaus.

Straßenbauamt und Landratsamt wollen dort niemanden von Norden und Westen her in den Marienplatz einbiegen lassen. Die Stadträte schon. Obwohl das Veto wenig Aussicht auf Erfolg hat, plädierte der Technische Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür, in einer sechsmonatigen Erprobungsphase genau die Abbiegeoption zu testen.

Nach Ansicht des Straßenbauamts und der Kreisbehörde käme es zu verzwickten Verkehrssituationen vor dem Rathaus, weil ja von Süden her der Schwerlastverkehr gerade dort in einem ausladenden Bogen gen Norden in die Eberhardstraße einbiegen muss. Will dann von dieser auch noch ein aus dem Norden kommendes Fahrzeug in den Marienplatz, werde es viel zu eng, Rückstauungen seien unvermeidlich. Und auch von der Heinrich-Vogl-Straße könne ja dann gleichzeitig ein Fahrzeuglenker zum Marienplatz wollen.

Für die beiden Behörden, die letztlich das Sagen hätten, sei dies undenkbar, berichtete Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) von vorangegangenen Besprechungen. „Ganz gut“, kommentierte er die Einmütigkeit des Ausschuss-Beschlusses. Vielleicht zeige diese doch noch Wirkung.

Ansonsten war der Rathauschef von der jüngsten Abklärung der künftigen Verkehrsführung mit der Aufsichts- und Fachbehörde durchaus angetan. „Doch es gibt eben Punkte, die so nicht übernommen werden können, der Staat muss eben für einen ordentlichen Verkehrsfluss in der Stadt sorgen.“ Als herausragend bezeichnete Brilmayer, dass die Münchner Straße künftig stark entlastet werde. „Das ist für die Kreisklinik ein riesiger Schritt.“ Im östlichen Teil zwischen Gärtnerei- und Eichthalstraße keinen Gegenverkehr stadteinwärts zuzulassen, dafür plädierten Grünen-Stadtrat Philipp Goldner und Hans Mühlfenzl (SPD). Dies sei unnötig, wenn man die Eichthalstraße in beide Richtungen wie vorgesehen nutze. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sah dies jedoch anders.

„Doch überrascht“ zeigte sich Brilmayer, dass die Behörden den Zu- und Ausfahrtstraßen zu den Wohnquartieren den Status einer Anliegerstraße zubilligten. „Das verhindert Schleichverkehr, etwa in der Wildermuth- und Ulrichstraße.“

Das gleiche gelte auch für die Rosenheimer Straße, für die das Vorhaben bei einer gesonderten Abstimmung explizit festgeschrieben wurde. Dahinter steckt eine schon lange andauernde Auseinandersetzung, inwieweit künftig der „kleine Grenzverkehr“ zwischen Ebersberg und Grafing möglich wäre. Gar nicht, so lautet jetzt die Maßgabe, bei einer kleinen Einschränkung: Wer etwa im Moossteffl wohnt, darf als Anlieger hinunter nach Gsprait und dort durch die enge Unterführung weiter nach Wiesham und Grafing fahren. Sonst aber keiner, der Rest muss den weiteren Weg über die Südumgehung nehmen. Die Kapser Allee sei dadurch faktisch gesperrt.

Abgelehnt wurde ein Vorstoß der SPD, die in der Bahnhofstraße nur Fahrzeuge Richtung Marienplatz fahren lassen und die andere Spur den Fußgängern und Radfahrern widmen wollte. Eine Notwendigkeit des Begegnungsverkehrs bestehe nicht mehr, weil die Eichthalstraße ja in beiden Richtungen zu benutzen sei, hatte Hans Mühlfenzl (SPD) argumentiert.CSU und Freie Wähler setzten den Begegnungsverkehr jedoch durch, wohl auch deshalb, weil dort einmal die Einfahrt zur Tiefgarage der künftigen Innenstadtbebauung angelegt wird und die Geschäfte eben möglichst auf kurzem Weg erreichbar sein sollen. Auch hier hatte Brilmayer eine „gute Nachricht“ zu vermelden: Es dürfe nämlich weiterhin am östlichen Fahrbahnrand längs geparkt werden. „Das hätte ich nicht gedacht, dass das zugelassen wird. Das ist aber für die dortigen Geschäfte und Arztpraxen sehr wichtig.“

Nach dem jetzt noch ausstehenden Stadtratsbeschluss solle das Verkehrskonzept „möglichst schnell umgesetzt werden, wenn die Südumfahrung freigegeben ist“, so derRathauschef.

Von Eberhard Rienth

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