Landkreis Ebersberg - Christa Stewens, Ehrenvorsitzende der Kreis-CSU, eilt derzeit von Baustelle zu Baustelle:

Nach einem von ihr moderierten Krisengipfel zum Grafinger Streit um den angeblichen Verkauf einer Nazi-Broschüre beim Sommerfest der Senioren Union, hielt es die Angelbrechtigerin am Dienstag für angebracht, Landrat Gottlieb Fauth (CSU) verbal zur Seite zu spingen. Dieser hatte tags zuvor eine Kreistagssitzung wutentbrannt vorzeitig verlassen, weil ihn ein Redebeitrag von Grünen-Kreisrätin Waltraud Gruber zur Weißglut gebracht hatte (wir berichteten). Am Dienstag äußerte er sich zu seinem Verhalten nicht - jedenfalls nicht wahrnehmbar.
Das machte Stewens. Sie warf Gruber vor, sich im Kreistag selbst das Wort erteilt und jegliches demokratisches Procedere missachtet zu haben. Denn nach der Rednerliste habe es andere Kreisräte gegeben, die sich vor ihr gemeldet hätten. Die Landkreisordnung sehe ausdrücklich vor, dass sich Kreisräte als Teil der Verwaltung „nur mit den ureigenen Landkreisthemen befassen sollten, also nach dem sinnvollen Prinzip ,Schuster bleib bei Deinem Leisten’.“ Die CSU-Ehrenvorsitzende sprach von einer „sachlich geführten Diskussion über den Kreishaushalt“. Leider habe es dann eine sehr emotionale Rede Grubers gegeben, „die an der Sache völlig vorbei ging“. Da könne man schon mal die Nerven verlieren und die Sitzung vorzeitig beenden.
Von Michael Acker
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