Ebersberg - Inzwischen ist der Benzinpreis zwar wieder gesunken, aber: Die letzte Erhöhungsorgie zeigte Wirkung. Beim Verbraucher wie auch bei den Tankstellen. Letztere rüsten auf – mit Autogas.
„Am Freitag kommt der TÜV“, sagt Elisabeth Noder, Seniorchefin der OMV-Tankstelle in Grafing zum derzeit laufenden Umbau. „Der Aufwand ist schon sehr groß. Bei uns wird das Autogas nämlich in die normalen Zapfsäulen integriert“, schildert sie. Noder ist froh, wenn die Baumaßnahme abgeschlossen wird, weil sie derzeit noch mit Behinderungen verbunden ist.
Auch in Tulling wird demnächst aufgerüstet. Die Singer-Tankstellen in Hohenlinden, Haag und Vilsbiburg bieten bereits Autogas an.
Wie tankt man an einer solchen Zapfsäule? „Im Prinzip ganz normal“, schildert Hermann Schmid von der Esso-Tankstelle in Ebersberg. Dort gibt es den alternativen Treibstoff bereits seit Mai. Der einzige Unterschied beim Tanken sei, dass der Zapfhahn mit dem Einfüllstutzen am Auto verschraubt wird. Außerdem: „Man muss einen Totmannschalter drücken.“ So lange die Hand auf dem Schalter liegt, so lange läuft Gas in den Tank des Autos – bis er voll und dadurch der Druckausgleich erreicht ist.
Autogas ist nicht das Gleiche wie Erdgas, das aus Methangas besteht und im Fahrzeug bei einem Druck bis zu 200 bar gelagert wird. Autogas dagegen ist Flüssiggas, besteht aus einer Mischung zwischen Propan und Butan und kommt mit einem Druck von acht bis 20 bar aus. Der alternative Treibstoff ist erheblich billiger als Benzin, obwohl man davon 20 Prozent mehr braucht für die gleiche Strecke. „Die Steuer für Autogas wurde vom Staat bis zum Jahr 2018 festgeschrieben“, informiert Hermann Schmid. Trotz des finanziellen Unterschieds seien es bisher aber nur sehr wenige Autofahrer, die bei ihm Autogas beziehen würden. „Ungefähr so viel wie für Super plus“, rechnet der Ebersberger Tankstellenbetreiber nach.
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