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Der Wahlkampf ist eröffnet

Aßling - Der Wahlkampf um den Chefsessel im Aßlinger Rathaus ist eröffnet: SPD und Grünen nominierten am Dienstagabend einstimmig Benedikt Mayer (Grüne) zu ihrem Kandidaten.

„Das Wahlziel zu erreichen, ist durchaus möglich“: Benedikt Mayer, der in Aßling Bürgermeister werden will. mh

„Das Wahlziel zu erreichen, ist durchaus möglich“: Benedikt Mayer, der in Aßling Bürgermeister werden will. mh

„Wir sind hochmotiviert, es ist super, dass wir uns zusammengetan haben, um uns für einen Wechsel in Aßling zu engagieren“, sagte Grünen-Ortsvorsitzende Ursula von Berg zu Beginn der Nominierungsversammlung im Ratszimmer. Auch SPD-Chef Toni Spielberger hob das Zusammenspiel beider Parteien hervor. Er findet „es toll, dass mit der Aufstellung von Benedikt Mayer der Wunsch jetzt Wirklichkeit wird, beim Wahlkampf im Schulterschluss anzutreten.“

Dass Rot und Grün „noch offen sind für weitere Unterstützer“, betonte Benedikt Mayer in seiner Vorstellungsrede ausdrücklich. Und das Bündnis gegen die CSU und damit Bürgermeister Werner Lampl könnte durchaus noch breiter werden: Hugo Kasper, Ortsvorsitzender der Freien Wähler, wohnte nämlich zur Überraschung mancher der Nominierungsversammlung bei, die auch von politisch Aktiven aus der Verwaltungsgemeinschaft Aßling besucht wurde, um Unterstützung und Kampfeswillen zu signalisieren. Letzteren beschwor Mayer ausdrücklich, indem er sich begeistert zeigte, „dass wir jetzt schon zusammen marschieren und nicht erst bei einer etwaigen Stichwahl.“

Der 56-jährige Emmeringer prognostizierte „überregionale Aufmerksamkeit, weil die anstehende Wahl ein Alleinstellungsmerkmal hat“. Nirgendwo sonst im Freistaat sei am 26. September eine Bürgermeisterwahl. Und dass „Rot und Grün gemeinsam antreten, um einen CSU-Bürgermeister aus dem Sattel zu heben, was in Oberbayern normalerweise keiner für erfolgversprechend hält“, mache das Ansinnen interessant“, sagte er mit Blick auf die Medien. Das Wahlziel zu erreichen, sei „durchaus möglich“, gab sich Mayer zuversichtlich. SPD und Grüne hätten in den jüngsten Wahlen in der Gemeinde immer zwischen 32 und 35 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigt. „400 Aßlinger, die also umschwenken müssten, ist eigentlich viel, aber das ist zu schaffen“, gab Mayer Einblick in die Strategie.

Offenbar ist ein permanenter Wahlkampf auch über die einzelnen Parteimitglieder als Multiplikatoren geplant. „Redet mit euren Nachbarn über die Gemeindepolitik“, appellierte der Kandidat. Aber auch Unterstützung des Landesverbands der Grünen mit Prominenz und Kreativität darf unterstellt werden. Mayer ist schließlich seit zehn Jahren unumstritten Landesschatzmeister. Seine Kandidatur werde auch in München im Landesvorstand als Pilot- beziehungsweise Modellprojekt gesehen, hieß es.

„In Aßling kann man gut leben“, zog Mayer eine Bilanz der gemeindlichen Infrastruktur und Lebensqualität in der Gemeinde, um schnell zum „Aber“ zu kommen. Drei Schwerpunkte scheinen SPD und Grüne im Wahlkampf in den Mittelpunkt zu stellen: Die Verschuldung Aßlings, die landkreisweit die höchste ist und die Mayer als ausgewiesener Finanzfachmann durch Umschuldungen konsolidieren will. „Stillstand bei der Entscheidungsfindung im Gemeinderat“ ist der zweite Punkt. „Es stinkt manchem gewaltig, dass manchmal ein Drittel der Tagesordnungspunkte Wiedervorlagen sind, also in der Warteschleife hängen“, glaubt Mayer. Er will Entscheidungen „künftig gut vorbereiten und dann auch fällen, wenn die Zeit dazu reif ist“. Transparenz ist das dritte Stichwort, „weil viel zu viel nichtöffentlich beraten“ würde. Als Beispiel nannte der Kandidat den gemeindlichen Arbeitskreis Finanzen, „der dann plötzlich hinter verschlossenen Türen tagt“. Auch gehe es nicht an, dass von Beschlüssen betroffene Bürger „von anstehenden Entscheidungen nicht vorher informiert werden“. Zudem will Mayer die Bevölkerung, etwa über die Agendagruppen, stärker einbinden: „Es gibt nämlich in Aßling außerhalb des Gemeinderats auch fähige, kritische und engagierte Bürger.“

Von Eberhard Rienth

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