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Parsdorf - Milchpreisverfall, krankes Vieh, schlechte Ernten . . . Probleme in der Landwirtschaft, die auch zu Spannungen in der Beziehung führen können, gibt es derzeit genug. Damit sich der Bauer nicht mit Hilfe eines TV-Senders eine Frau suchen muss, baute der Bauernverband vor und lud Sigrid Kandler nach Parsdorf ein.

Sigrid Kandler sprach in Parsdorf überFrauen und Männer. Foto: jro
Ihr Vortrag „Männer und Frauen, verschieden wie Tag und Nacht“ war nicht nur informativ, sondern vor allem herrlich amüsant.
„Keine Angst, das wird kein Emanzenvortrag“, versprach sie gleich zu Beginn ihrem Publikum. Vielmehr wolle sie den Zuhörern klarmachen, dass Mann und Frau zwar grundverschieden seien, aber ohne einander nicht könnten: „Der liebe Gott hätte keine zwei verschiedenen Menschen erschaffen, wenn’s einer allein auch getan hätte.“ Bei der Schöpfung sei die Aufgabenverteilung klar definiert gewesen: „Die Frau zieht die Kinder groß, der Mann sorgt für Schutz und Nahrung.“ Diese Gene hätten sich bis heute nicht geändert. Deshalb dürfe Frau sich auch nicht wundern, wenn Mann nachts das weinende Baby nicht hört, während sie selbst schon beim leisesten Wimmern wach wurde: „Das kann der gar nicht, dafür wurde er nicht geschaffen!“ Die genetische Veranlagung sei auch schuld daran, dass Frau 84 besonders berührungsempfindliche Zonen am Körper habe: Schließlich habe sie früher immer gleich mehrere Kinder an sich hängen gehabt. „Meine Herren, wenn Ihre Frau dauernd gestreichelt werden will, dann ist das keine Schikane! Sie kann nicht anders, denn heute hat sie keine 20 Kinder mehr, aber immer noch die 84 Punkte!“, verkündete Kandler und empfahl den Männern, öfter mal schnulzige Liebesfilme anzuschauen: „Zur Schulung, damit Sie wissen, was Ihre Frau von Ihnen erwartet.“
Warum Männer grundsätzlich nie etwas finden, war für die Beraterin sonnenklar: „Der Mann hat einen Tunnelblick, er verfolgt klare Ziele und Strategien, das braucht er für die Jagd. Die Frau hingegen hat einen Fächerblick, damit sie in der Wildnis keines ihrer 20 Kinder aus den Augen verliert.“ Deshalb sei es ganz normal, wenn ein Paar nach dem gemeinsamen Restaurantbesuch feststelle, dass jeder ganz unterschiedliche Dinge gesehen habe: „Er sieht die Tür, den Notausgang und die Bar. Sie sieht, wer mit wem gekommen ist, wer was anhat, wer mit wem Streit hat.“
Aus dem gleichen Grund solle sie auch lieber ohne ihn zum Einkaufen gehen: „Er ist ein Jäger und versteht nicht, dass sie als Sammlerin eine halbe Stunde lang einen Schal anschauen und dann doch nicht kaufen kann.“ Das sei kein böser Wille, sondern genetisch bedingt: „Unsere Körper funktionieren noch wie vor Tausenden von Jahren, auch wenn unser Großhirn uns was anderes erzählt. Deshalb: Nehmt’s Euch, wie Ihr seid und lobt’s Euch für das, was jeder kann!“ Dazu gehöre auch das Schnarchen: Das sei schließlich eine reine Vorsichtsmaßnahme des Mannes als Beschützer der Familie. „Und was ist, wenn die Frau schnarcht?“, wollte ein Gast wissen. Die Antwort kam prompt: „Wenn eine Frau sich nicht anständig beschützt fühlt, dann schnarcht sie selber!“
Von Susanne Edelmann
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