Zorneding - „Sprengstoff“ sieht Bürgermeister Piet Mayr in einem Verwaltungsakt des Landratsamts. Das hat nämlich dem Bau einer Lagerhalle im Zornedinger Westen zugestimmt. Dort will seit 2007 ein Landwirt eine Geflügelfarm errichten, gegen die sich der Gemeinderat wehrt.
Vor einer Woche flatterte der entsprechende Bescheid der Aufsichtsbehörde ins Rathaus, berichtete der Rathauschef in der Bürgerversammlung. In ihm wird das sich aus einem ablehnenden Gemeinderatsbeschluss entstandene gemeindliche Einvernehmen ersetzt. „Dann stinkt es vom Osten her vom Wertstoffhof und wenn der Wind sich dreht, stinken die Hühner vom Westen“, klagte etwa eine Zornedingerin auch prompt, die am Daxenberg wohnt. Ähnlich hätten sich auch Unterdörfler geäußert, berichtete Mayr. Gleichwohl könne die Gemeinde nichts unternehmen. „Es handelt sich als landwirtschaftlichem Betrieb um ein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich. Die Gemeinde hat nach Rechtsstand keine tatsächliche Einflussmöglichkeit“, erläuterte der Bürgermeister.
Der betreffende Landwirt sei auch nicht zu überzeugen gewesen, sein Vorhaben weiter weg von der Bebauung zu situieren. Sein Vorhaben erfülle „sämtliche Anforderungen und Auflagen des Landratsamts zum Emissionsschutz und hat den rechtlich vorgeschriebenen Abstand zur Ortsgrenze“. Letzterer wird laut Landratsamt mit 190 Meter zum nächsten Wohnhaus eingehalten.
Laut Bürgermeister hat der Landwirt dafür noch keinen Bauantrag gestellt. Wenn es dazu kommt, habe die Gemeinde jedoch keinerlei Handhabe, das Bauvorhaben aufzuhalten. Dies ergebe sich aus dem aktuellen Bescheid für die Lagerhale, berichtete Mayr den Zornedingern.
Von Eberhard Rienth
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