Dorfen - Für die Mehrheit des Stadtrates ist es eine notwendige Investition, für SPD und Grüne eine Geldverschwendung. Eine 32 000 Euro teuere Studie über Machbarkeit und Kosten einer B 15-Ortsumfahrung ist umstritten.

Dorfen erstickt im Verkehr. Staus, wie hier am B 15-Bahnübergang, sind Alltag. Foto: Renner
Den Zuschlag für die Machbarkeitsstudie erhielt die Firma Coplan. Diese wird vier mögliche Trassenverläufe untersuchen, zwei im Westen, zwei im Osten der Stadt. Die beiden westlichen Grobtrassierungen führen über Hienraching und Niederham (Variante I) und Graß, Unterseebach und Oberdorfen (II). Die Ost-Trasse I würde zwischen Furt und Kloster Moosen verlaufen, die Alternative (II) über Hampersdorf, Wampeltsham und Kloster Moosen.
Die Aussagekraft der Studie, die für 32 000 vier Trassenvarianten vergleichen soll, stellte Dritter Bürgermeister Martin Heilmeier (LDW) in Frage. Schließlich würden hier überall unterschiedliche Bodenverhältnisse herrschen, die nicht Gegenstand der Untersuchung seien. „Da wird eine Machbarkeitsstudie gemacht, ohne zu wissen, was machbar ist“, kritisierte Heilmeier. Auch Grünen-Rätin Dorette Sprengel hielt es für völlig daneben, vier Varianten untersuchen zu lassen.
Michael Oberhofer (CSU) hielt es dagegen für völlig falsch, nichts zu machen. „Dann sitzen wir in Jahrzehnten noch da, und lamentieren über den unerträglichen Durchgangsverkehr“, argumentierte Oberhofer. Er erinnerte auch daran, dass das Thema Ortsumfahrung ein beherrschendes Wahlkampf-Thema gewesen sei. „Wir müssen jetzt den politischen Willen zeigen, anzufangen“, so der CSU-Rat.
„Mut zu Visionen“ forderte auch Fraktionskollegin Monika Hagl. Auch bei angespannter Haushaltslage müsse der Stadtrat an die Zukunft denken. Eine Ortsumfahrung für Dorfen sei dringend notwendig. Gegen die Stimmen der Fraktionen von SPD und GAL beschloss das Gremium die Machbarkeitsstudie.
Abgelehnt wurde dagegen ein zusätzlicher Antrag von GAL-Rätin Ursula Frank-Mayer. Sie forderte eine Machbarkeitsstudie über die Möglichkeiten, mittels verstärkter ÖPNV-Angebote, wie etwa Busse, den Verkehr in der Stadt zu reduzieren. Diese Studie hätte 4500 Euro gekostet. Dritter Bürgermeister Heilmeier würgte hier allerdings eine Diskussion mit einem Antrag auf Schluss der Debatte ab. Von SPD- und GAL-Seite wurde dies heftig und lautstark kritisiert. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) lies aber keine weitere Debatte mehr zu.
Anton Renner
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