Erding - Nutze den Tag und gedenke deiner Endlichkeit – zwischen diesen Polen spannte sich die musikalische Lesung mit dem Titel „1700“ in der Stadthalle auf.

Eine Reise in den Barock unternehmen Erzähler Jochen Striebeck und das Orchestra di Medici im Projekt „1700“. Foto: vev
Charakterisch für das Lebensgefühl des Barock gelten die beiden Aussprüche „nutze den Tag“ und „gedenke deiner Endlichkeit“. Beides war in der Aufführung „1700“ in der Stadthalle zu entdecken. Hinter diesem programmatischen Titel verbarg sich eine Lesung mit Musik.
Die Veranstaltung wurde von dreierlei Kunstfertigkeit getragen: Vom klanglichen Esprit des Münchner Ensembles „Orchestra di Medici“, vom differenzierten wie angenehm unaufgeregten Vortrag Jochen Striebecks und vom klugen Konzept der Autorin Britta Loebell. Die verzweifelte Lebenslust, die deftige Erotik, die dunkle Ahnung der Vergänglichkeit, die repräsentative Rolle der Kunst und die Affektiertheit der höfischen Welt waren zentrale Themen.
Das Publikum hörte Texte von Dichtern wie Andreas Gryphius, Paul Fleming und Martin Opitz sowie Kompositionen von Henry Purcell, Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Tomaso Albinoni. Über all diesem wurde die fiktionale Geschichte Loebells über einen Maler erzählt, der um Aufträge und seine Liebe kämpft.
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