Dorfen - Schon wieder Grund für Ärger bietet die Tarifpolitik der Südostbayernbahn. Über Nacht wurde eine bisher übliche Sparmöglichkeit gestrichen.

Martin Pavlik Der Student (25) kritisiert die Informationspolitik der SOB.
Viele Bahnpendler auf der Strecke Mühldorf – München müssen jetzt aufpassen: Seit der Fahrplanänderung der Südostbayernbahn (SOB) zum 13. Dezember ist es nicht mehr möglich, Fahrkarten nach München über Feldkirchen zu teilen. Bisher konnte in Zügen, die in Markt Schwaben halten, ein Ticket der Bahn bis Feldkirchen genutzt werden, um dann mit einem MVV-Ticket, beispielsweise der Isar Card, kostengünstig weiter in die Stadt zu fahren. Den Kunden wurde nichts von der Veränderung mitgeteilt.
Der Taufkirchener Martin Pavlik, der seit fünf Jahren täglich die Strecke Dorfen – München benutzt, hat die Heimatzeitung über diesen Missstand informiert. Nur über viele Telefonate und Schriftverkehr mit verschiedenen Stellen der Bahn konnte er den neuen Sachverhalt herausfinden. Ein regionaler Ansprechpartner der Bahn hatte ihm zunächst mitgeteilt, dass die Neuregelung bereits Ende November kommuniziert worden sei. „Jedoch offensichtlich nicht gegenüber uns Kunden“, stellt Pavlik fest. Im jüngsten Newsletter der Südostbayernbahn (SOB) vom 10. Dezember wurde die Änderung in keinem Wort erwähnt.
Hunderte Fahrgäste, auch Abo-Karten-Inhaber, nutzen die Teilung der Fahrkarten in Feldkirchen. Der Bahnhof bildet die Grenze vom MVV-Innen- zum MVV-Außenraum. Nun müssen diese Kunden sich neue Fahrtausweise ausstellen lassen und momentan sogar befürchten, beim unbewussten Schwarzfahren erwischt zu werden. Entweder muss ein Ticket bis bzw. ab Markt Schwaben benutzt werden, oder ein teures Bahnticket, dass bis zum Münchner Ostbahnhof gilt.
Auf Nachfrage bei der SOB wurde Martin Pavlik mitgeteilt, dass die Änderung bereits seit vier Wochen bekannt gewesen sei. Allerdings sei die Veröffentlichung Aufgabe der Marketingabteilung gewesen, die „natürlich nicht daran interessiert ist, negative Nachrichten an die Kunden zu verteilen“, ergänzt der 25-jährige Student der Politikwissenschaft die Aussage der SOB.
Von der Pressestelle der Bahn Bayern war bis gestern Nachmittag keine Stellungnahme zu bekommen. Man müsse sich erst genau über diesen Fall kundig machen, hieß es. (sst/ml)
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