Reichenkirchen - Die Frohsinn-Schützen fühlen sich nicht mehr willkommen im Gasthaus Pfanzelt. Das Verhältnis zum Wirt ist zerrüttet.
Seit der Gründung des Schützenvereins Frohsinn Reichenkirchen vor 81 Jahren war das örtliche Gasthaus Pfanzelt seine Heimat. Doch nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Herbergsvater Hubert Pfanzelt zog der Verein in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag den Schlussstrich. Um 21.49 Uhr verkündete Schützenmeister Hermann Klobensteiner im Pfarrheim das Ergebnis der schriftlichen Abstimmung: „Wir schießen ab sofort im Gasthaus Rauch in Grucking.“ 46 der 74 Stimmberechtigten hatten dafür votiert.
In einem fast zweiseitigen Brief habe der Vorstand im Juni erklärt, dass der Verein notfalls auszieht, erzählte Klobensteiner. Doch darauf habe er nie eine Antwort erhalten. Beim ersten Schießabend der Saison habe der Wirt den Schützen erneut den Zutritt verwehrt. „Das hat uns den Rest gegeben, so der Schützenchef.
„Ihr hättet den Wirt heute persönlich einladen müssen“, sagte Alois Phillipi in der Diskussion. Pfanzelt sei kein Mitglied, widersprach Klobensteiner. Bernd Grabert, ehemaliger Vorsitzender der SG Reichenkirchen, wies darauf hin, dass vor Jahren auch die Fußballer nach Grucking ausgewandert seien. Ex-Schützenmeister Sepp Peis äußerte die Befürchtung, dass der Verein stirbt, „wenn wir woanders hingehen. Er stirbt aber langsam, wenn wir weiter reingehen.“
Mehrere Mitglieder sprachen sich für eine letzte Verhandlung mit Pfanzelt aus, am besten schriftlich. „Wer glaubt, dass der Wirt sich schriftlich einlässt, Hand hoch“, sagte Hubert Schäffler daraufhin, keiner im Pfarrheim reagierte. In geheimer Abstimmung konnten die Mitglieder zwischen einem nochmaligen Brief an Pfanzelt oder einen Wechsel nach Grucking entscheiden. Die Mehrheit war für den Umzug. Schon am kommenden Wochenende wird mit dem Ausräumen des Schützenstandes begonnen.
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