Dorfen - Gegen die Pläne der Stadt, die Trasse einer B 15-Ortsumfahrung im Dorfener Westen verlaufen zu lassen, formiert sich massiver Widerstand. Anwohner und Grundstückseigentümer im Bereich des Trassenverlaufs sind fassungslos.

Eine Idylle für sich ist die so genannte Broadwies. Die Ortsumfahrung der B 15 würde hier das Isental zerschneiden. Foto: fkn
Dorfen - „Die Ortsumfahrung der Bundesstraße wieder nahe an einer Siedlung (Niederham) im Abstand von 50 Meter zu bauen ist planerischer Schwachsinn. Dies ist auch gleichzeitig der Ortsrand von Dorfen. So wird nur der Verkehr von einem Teil der Stadt in einen anderen Teil mit den damit verbundenden immensen Kosten verlagert“, heißt es etwa in einem Beitrag eines Niederhamers auf der Internetseite „ODW nein“ (www.odw-nein.de). Ein anderer Betroffener schreibt: „Nach welchen Kriterien wird die Situation auf der B 15 als ,vor dem Infarkt stehend‘ bewertet. Auch hier sollten nicht die Gefühle Einzelner ausschlaggebend sein. Ist es zuviel, fünf Minuten zu warten? Muss man konstant mit 50 km/h fahren können? Jeder berufsverkehrerfahrene Münchener oder Frankfurter würde wohl lachen.“
Betreiber der Seite ist Thomas Fleischmann. Auch er wäre von einer Ortsumfahrung persönlich betroffen. Das Anwesen seiner Eltern steht auf einer Anhöhe bei Niederham. Die Ortsumfahrung würde daran unmittelbar vorbeiführen. Fleischmann hat die Internetseite eingerichtet, „um den Gegnern der Ortsumfahrung eine Plattform zu bieten, auf der sie sich informieren können“. Allerdings räumt Fleischmann ein, dass die „angebotenen Informationen in der Summe subjektiv, das heißt aus der Sicht des ODW-Gegners dargestellt“ sind.
Was den in Dorfen wohnenden technischen Angestellten und freiberuflichen Fotoreporter besonders ärgert: „Über 30 Jahre lang haben die Dorfener für ihre Heimat und gegen die Zerstörung des Isentals durch die A 94 gekämpft. Jetzt planen sie selber, und auf eigene Kosten, den Bau einer breiten Umgehungsstrasse - quer durch das ganze Isental.“
Für diesen Donnerstag, 5. August, hat Fleischmann zu einem ersten Stammtisch der Gegner der geplanten Ortsumfahrung ins Gasthaus Dorfener Stube (Beginn 20 Uhr) eingeladen. Hier soll die Lage sondiert und das weitere Vorgehen besprochen werden. Für Fleischmann steht aber schon jetzt fest: „Das Problem mit dem überregionalen Verkehr über Dorfen zum Flughafen München kann nicht lokal, sondern nur überregional gelöst werden .“
Anton Renner
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