Erding - Der Landkreis schickt Oberding bei der Bewerbung als Realschulstandort ins Rennen. Die Zustimmung des Kultusministeriums vorausgesetzt, könnten dort bereits im September zwei fünfte Realschulklassen unterrichtet werden.
Die Kreistagsentscheidung am Mittwochabend war aber bei weitem nicht so eindeutig, wie die Abstimmungsergebnisse in den Ausschüssen vor einer Woche hätten vermuten lassen. Am Ende votierte nur eine 31:16-Mehrheit dafür. Vor allem Freie Wähler und große Teile der SPD hätten Wartenberg den Vorzug gegeben.
Die Kreisräte debattierten fast drei Stunden lang. Dabei stand die Marktgemeinde im Landkreisnorden als Alternative nicht einmal im Beschlussvorschlag. Angesichts der fehlenden Wahlfreiheit bezeichnete Grünen-Fraktionschefin Helga Stieglmeier die Sitzung am Ende als „Scheinveranstaltung“.
„Ich habe die Befürchtung, dass wir am Ende mit leeren Händen dastehen“, wenn der Kreistag sich für Wartenberg ausspreche, sagte daher Franz Hofstetter (CSU). Er bekannte, dass er ursprünglich für die Marktgemeinde gewesen sei. Doch bevor das Ministerium die Genehmigung vollkommen versage, werde er für Oberding stimmen.
„Wir sind für den Standort Wartenberg“, erklärte FW-Fraktionschef Georg Els. Der Kreistag sei für den Landkreis Erding zuständig und nicht für eventuelle Auswirkungen auf Schulen andere Kreise, sagte er in Anspielung auf die Realschule Moosburg. Wartenberg biete genügend Potenzial. Huber erwiderte, dass das wichtigste Kriterium die Entlastung der Erdinger Herzog-Tassilo-Realschule sei. Diese geschehe laut Prognose in Oberding wirkungsvoller.
Herbert Knur (fraktionslos) verwies auf die „vermutlich einmalige Chance, die Infrastruktur im nördlichen Landkreis zu stärken“. Er zweifelte außerdem die Notwendigkeit von 350 Schülern für den Betrieb einer zweizügigen Realschule an.
Helmut Lackner war als Bürgermeister von Oberding zwar von der Abstimmung ausgeschlossen, durfte aber für seine Gemeinde werben. Er verwies auf die solide Finanzlage und darauf, dass aktuell Baugebiete mit rund 120 Wohneinheiten ausgewiesen seien. Das biete genug Potenzial für die Schülerzahlen.
Hans Wiesmaier sprach als Vorsitzender des Hauptschulverbands Wartenberg, durfte aber nicht abstimmen. Das Schulhaus sei aufnahmefähig: „Wartenberg könnte sofort acht Klassen unterbringen.“ Die Schüler aus seinem Bereich hätten etwa 15 Kilometer nach Erding. „Wie geht diese Schulpolitik weiter, wenn wir die Fläche nicht berücksichtigen?“, fragte er.
Ein Nebenschauplatz der Debatte blieb die Kritik von Rudi Borgo (SPD). Der Wörther Bürgermeister bemängelte die Informationspolitik des Kreises. „Wir haben X Mal nachgefragt, welche Anforderungen an ein Raumprogramm gestellt werden“, sagte Borgo, dessen Gemeinde als Standort für die Realschule im Rennen gewesen war. Bayerstorfer widersprach: Die anderen Schulträger hätten ja auch ihre Raumprogramme erarbeitet. ta
Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.
Facebook 'Like Box' wird geladen...





Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.