Erding - Die Integrierte Leitstelle (ILS) in Erding hat vier Monate nach ihrer Inbetriebnahme die Endausbaustufe erreicht. Alle Notrufe aus den Kreisen Erding, Ebersberg und Freising sowie vom Flughafen werden nun von der ILS bearbeitet.

In Notfällen gilt jetzt einheitlich die 112. Die Integrierte Leitstelle im Volllastbetrieb besuchten (v. l.): Christine Pettinger vom Zweckverband für Rettungswesen und Feuerwehralarmierung (ZRF), die Landräte Martin Bayerstorfer, Michael Schwaiger und Gottlieb Fauth, ILS-Chef Matthias Wolf und ZRF-Vize Dominique Freitag. Foto: ham
Rettungsdienst und Feuerwehr sind damit endgültig einheitlich unter 112 erreichbar. Bereits zu Jahresbeginn wurde in der ILS in Trägerschaft des Landkreises Erding mit dem Probebetrieb begonnen, der am 31. Mai in die offizielle Inbetriebnahme mündete. Nach und nach wurden die Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierungen der ILS übergeben.
Anfang Mai wurde nach den Worten von Christine Pettinger, Geschäftsführerin des Zweckverbandes für Rettungswesen und Feuerwehralarmierung (ZRF), der Landkreis Erding angeschlossen, Mitte Mai folgten Freising und zum 1. Juni Ebersberg. Seit 15. Juli laufen auch die Notrufe des Flughafens in Erding auf. Die Umstellung auf Volllastbetrieb nutzte ZRF-Vorsitzender und Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer, die ILS seinen Kollegen Gottlieb Fauth (Ebersberg) und Michael Schwaiger (Freising) sowie der Presse vorzustellen. Zugleich nutzten die drei Kreischefs den Termin, um für die einheitliche neue Notrufnummer 112 zu werben, unter der die Rettungsdienste und die Feuerwehren alarmiert werden – „und das vorwahlfrei“, so ILS-Chef Matthias Wolf. Die Polizei ist weiterhin unter 110 zu erreichen.
Wolf berichtete, dass es den bisherigen Rettungsdienst-Notruf 19 222 auch in Zukunft gebe. „Die werden dann zur ILS weitergeleitet.“
Pro Tag werden laut Wolf rund 400 Anrufe bearbeitet. „Die Spitzen sind morgens zwischen 6 und 8 Uhr, zur Mittagszeit hin und dann wieder ab gegen 18 Uhr.“
So reibungslos der ILS-Betrieb funktioniert, so sehr knirscht es noch im Streit um die Kostenübernahme zwischen dem Landkreis Erding und den Krankenkassen. Wie berichtet, lehnt Bayerstorfer die Personalkosten-Erstattung nach dem bisherigen pauschalierten System ab. Er hat den Kassen eine detaillierte Rechnung geschickt, deren Betrag deutlich über der bislang üblichen Pauschalerstattung lag. Die Kassen weigerten sich, gleich zweimal ging’s vor die Schiedsstelle. Pettinger: „Wir wollten 1,2 Millionen Euro, die Kassen waren zu 930 000 Euro bereit. Schließlich wurden 1,1 Millionen Euro überwiesen.“
Die Frist, das Gericht anzurufen, ließen die Kassen verstreichen. Laut Landrat angeblich aus Versehen. Er vermutet jedoch, dass die Kostenträger eine Niederlage vor Gericht und damit einen Präzedenzfall für andere ILS vermeiden wollten. Immerhin hätten die Kassen darauf hingewiesen, den hohen Betrag erst einmal nur für ein Jahr bezahlt zu haben. Heuer dürfte erneut hart verhandelt und gerungen werden.
(Hans Moritz)
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