Hörgersberg - Der BDM macht sich stark für eine gerechte Bezahlung der Landwirte und gegen Gentechnik.

Klare Ansage: Rosi Reindl und Mathias Lohmeier.do
„Wir können nicht ewig jammern, wir müssen auch was auf die Beine stellen“, sagt Mathias Lohmeier, Kreisvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Ein Schritt in die richtige Richtung sei dazu die Faire Milch. Im Rahmen des BDM-Stammtisches am Donnerstag im Gasthaus Obermeier in Hörgersberg stellte er das Produkt vor.
Gentechnik ist bei diesem Lebensmittel tabu. Außerdem beginnt die Preisgestaltung beim Erzeuger. So bekommt der Landwirt pro Liter 40 Cent, danach schlagen die Molkerei und der Handel auf. „Damit ergibt sich für einen Liter ein Verkaufspreis von 99 Cent bei der Milch mit 3,8 Prozent Fett und 89 Cent bei einem Fettgehalt von 1,8 Prozent“, so Lohmeier.
Ein anderes Thema dürfte den Gästen auf den Appetit geschlagen haben. Rosi Reindl, Aktivistin im Kampf gegen Grüne Gentechnik, zeigte Ausschnitte aus dem Film „Monsanto, mit Gift und Genen“. Die amerikanische Firma für Agrarprodukte ist einer der Weltmarktführer in der Entwicklung und Herstellung von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut.
Doch der Ruf der Monsanto-Gegner wird immer lauter. Denn die Auswirkungen durch gentechnisch verändertes Saatgut auf die Natur und den Menschen sind laut dem Film teilweise verheerend. Beispielsweise hätten Unkrautvernichtungsmittel ihre negativen Seiten: Krankheiten bei Mensch und Tier sowie wirtschaftlicher Druck. Anbieter konventionellen Saatgutes werde in Amerika das Leben schwer gemacht.
Ähnlich sehen die Kritiker die Lage in Indien. Dort wurde 2002 die von Monsanto gentechnisch veränderte Bt-Baumwolle zugelassen. Falle die Ernte schlecht aus, treibe dies viele Landwirte in den Selbstmord. Denn sie hätten zur Finanzierung hohe Schulden aufgenommen.
Monsanto hat laut Reindl bereits 92-prozentige Kontrolle über gentechnisch verändertes Saatgut. „Ich kann nur jedem Landwirt raten, eine Probe des Saatgutes aufzuheben und nur zertifizierte Ware zu kaufen“, appellierte Reindl an die Bauern. Stark machen will sie sich auch für die Unterschriftenaktion gegen die Null-Prozent-Aufhebung. Hier seien die Politiker gefragt. „Ran an die Politiker, ganz klar“, so Reindl. Gentechnikfreies Saatgut sei jedoch um einige Euro teurer.
Ein Zuhörer, der nur gentechnikfreie Mittel verwendet, befürchtete, dass dies den meisten Verbrauchern egal sei. Viele befürchteten sogar Vermarktungsprobleme. Ein Problem ist auch die Haftung. Mit Zertifikaten, die 100-prozentige Gentechnikfreiheit garantierten, sei der Landwirt auf der sicheren Seite. „Ich wollte ein Zertifikat für freien Rapsextrationsschrot, aber nirgendwo bekommt man das“, kritisierte ein Landwirt.
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