Lengdorf - Nicht nur Bauern, sondern alle Bürger will die neu gegründete Info-Gruppe Agro-Gentechnik für Gefahren und Risiken der Grünen Gentechnik sensibilisieren.

Josef Irl will ein breites Problembewusstsein schaffen. Foto: huber
An die Vertreter aller relevanter Gruppen und Vereine aus dem Landwirtschafts-, Naturschutz- und Umweltbereich im Landkreis hat sich die Auftaktveranstaltung der Info-Gruppe Agro-Gentechnik am Dienstagabend gewandt. In ihnen hoffen Josef Irl und seine Mitstreiter „Multiplikatoren“ gefunden zu haben, „die mithelfen, Informationen über Gefahren und Risiken der Grünen Gentechnik breit zu streuen“. Dass es bei Grüner Gentechnik einzig um die Kontrolle einiger Saatgut-Konzerne wie Monsanto, Bayer oder BASF über die weltweite Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion geht, liegt für Irl auf der Hand: „Was die großen Monopolisten hier betreiben, ist Machtmissbrauch, den alle kleinen Bürger ausbaden müssen“, erklärte er. Eine besondere Gefahr sieht Irl in der Patentierung von Tieren und Pflanzen. Verlören dadurch doch Landwirte das Recht, Saatgut aus der letzten Ernte zurückzuhalten, um damit neu ansäen zu können. Besonders „tragische Folgen“ habe diese Praxis in den Ländern der Dritten Welt.
Doch Irl sieht in der Agro-Gentechnik nicht nur Gefahren für die Landwirtschaft. Auch gesundheitliche Risiken für den Lebensmittelkunden schließt er nicht aus. Schließlich seien die Versuche viel zu kurz angelegt; Auswirkungen auf Enzyme und Proteine seien aber nur in Langzeitversuchen nachzuweisen.
Kritik an der „einseitigen Darstellung“ kam von Conrad Binding vom Gartenbauverein Grünbach. Er vermisste „einen Fachmann von der Gegenseite“. Eine Pro- und Kontra-Diskussion sei wegen der aggressiven und diffamierenden Haltung der Konzerne nicht befruchtend, meinte dagegen Reindl. Sie gab sich davon überzeugt, dass es auch mit der Neutralität der so genannten unabhängigen Institute nicht weit her sei. Ihr Schlusssatz „Gentechnik ist nicht enkeltauglich“, erhielt einen Sonderapplaus. (ahu)
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